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Vorschläge an Landesregierung Handelskammer legtTo-do-Listevor

25.06.2015, 22:47 Uhr

Die Handelskammer hat eine Reihe von Vorschlägen präsentiert, um in Bremen ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen. Wissen und Kreativität sollen den Standort stützen.

Bremen. Um die Bremer Wirtschaft auch zukünftig konkurrenzfähig zu halten, soll der Standort nach Meinung der Handelskammer verstärkt auf Innovationen setzen. Die Kammer präsentierte gestern ein Positionspapier mit einer Reihe von Empfehlungen an die Bremer Landesregierung.

„Innovationen und Wirtschaft basieren zu 50 Prozent auf Psychologie“, sagte Handelskammer-Präses Christoph Weiss. Darum solle die Politik für ein innovationsfreundliches Klima sorgen. „Der einzige Schutz vor der Konkurrenz in China ist, immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Und das geht nur mit Innovationen. Auch China kopiert nicht mehr nur, sondern macht inzwischen auch eigene Entwicklungen“, sagte Weiss.

Die Handelskammer schlägt eine Neuausrichtung der Innovationspolitik vor. Die Ressorts Wirtschaft sowie Bau und Verkehr sollen zusammengefasst und mit anderen für Wachstum und Innovation relevanten Themenbereichen in einem „Wachstumsressort“ gebündelt werden.

Kreative im Blick

Bremen solle ein attraktiver Ort für Kreative werden. „In der Zukunft wird Innovation stark von Ideen ausgehen und nicht nur von Infrastruktur und Technik abhängen“, sagte Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen. Auch das Standort-Marketing solle Bremen als „Hot-Spot für Kreative“ zeigen und nicht nur die touristischen Vorzüge betonen.

Zudem soll es weitere Plattformen für den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft geben und Forschung und Entwicklung stärker unterstützt werden. Die Studierenden sollen motiviert werden, selbst Firmen zu gründen. „Es kommen zu wenige Impulse aus der Wissenschaft bei den Unternehmen an“, so Weiss. Kritik übte der Präses auch an der Zivilklausel der Bremer Hochschulen. Diese habe unter anderem dazu geführt, dass das Weltraumunternehmen OHB eine Stiftungsprofessur nach München ausgelagert habe – ein Verlust für Bremen.

Neues Gründerzentrum?

Auch die Stadtplaner sollen die Innovationskräfte Bremens unterstützen und entsprechende Räume schaffen. „Ich könnte mir ein Gründerzentrum im Grünen neben dem Technologiepark vorstellen. Auch die Neustadt könnte sich als Campus-Areal entwickeln“, so Fonger.

Die Bremer Innovations-Cluster wie etwa Automotive-Technik für selbstfahrende Autos sollen weiterentwickelt und durch Cluster in branchenübergreifenden Querschnittsgebieten wie etwa Materialforschung erweitert werden. Bremen bleibe aktuell hinter seinen Möglichkeiten zurück.

„Bremen hat Stärken in Wissenschaft und Ausbildung und viele junge Leute. Es könnte schon heute ein Magnet für Unternehmen sein“, so Weiss.