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Wasserschäden nach Starkregen Suche nach Schimmel im Bremer Klinik-Neubau

Von Martin Kowalewski, Martin Kolbe | 01.07.2016, 18:32 Uhr

Der starke Regenguss Anfang Juni sorgte auch für Überflutungen an der Baustelle am Klinikum Bremen-Mitte. Jetzt wird nach Schimmel gesucht. Die Gesundheit Nord bleibt gelassen. Die CDU schlägt Alarm.

Als am 6. Juni ein Starkregen auf Bremen und die Umgebung niederging, wurde auch die Baustelle am Klinikum-Mitte in Mitleidenschaft gezogen. In Medienberichten wurde von einem möglichen Millionenschaden gesprochen und von einer drohenden Bauverzögerung. Der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) sieht die Sache gelassen, auch wenn die Bremer CDU Alarm schlägt.

Das ist passiert: „Durch den starken Regenguss wurde die Kanalisation bis über ihre Grenzen belastet. Der ganze Stadtteil stand unter Wasser und auch der Innenhof“, sagt Karen Matiszick. „Das Wasser lief durch die Türen in die Baustelle.“ Betroffen von dem eindringenden Wasser ist ein Bereich im Erdgeschoss. „Der Bereich ist jetzt gesperrt. Nur Spezialisten dürfen da rein“, sagt Matiszick. „Die überprüfen, ob sich irgendwo Schimmelpilzsporen gebildet haben. Da es sich um ein Krankenhaus handelt, ist diese Prüfung besonders wichtig.“

„Keine Verzögerung“

Es gibt keine Bauverzögerung, stellt Matiszick klar: „Die Baustelle steht nicht still.“ Bei den anfallenden Kosten handelt es sich um einen Versicherungsfall: „Ein Fehler am Bau ist nicht aufgetreten.“ Wie hoch die Kosten sind, lässt sich im zurzeit allerdings noch nicht sagen. „Möglicherweise müssen alle Trockenbauwände raus“, so Matiszick.

Besorgt über den Vorfall ist allerdings die Bremer CDU. In einer Erklärung weist die Partei auf dramatische Folgen hin, falls es zu Verzögerungen kommen sollte. Jeder weitere Monat, um den sich die Fertigstellung verschiebt, bedeute einen Verlust von 450000 Euro, so Rainer Bensch, gesundheitspolitischer Sprecher der Bremer CDU. Dieses sei durch verspätet realisierte Effizienzsteigerungen bedingt, die von der Geno aber eingeplant würden. Diese Sorge trifft bei der Geno allerdings auf Unverständnis. „Das ist reine Spekulation“, sagt Matiszik unter Verweis auf den Fortgang der Arbeiten. Die Geno befindet sich nahe dem Abschluss einer mehrjährigen ökonomischen Sanierung.

Das Klinikum Bremen-Mitte ist eines der größten Allgemeinkrankenhäuser in Deutschland. Zwischen St.-Jürgen-Straße, Bismarckstraße und Friedrich-Karl-Straße entsteht derzeit der sogenannte Teilersatzneubau. Dieser soll einen Großteil der Gebäude ersetzen und zudem für kürzere Wege für Patienten und Personal sorgen. 2015 kam der Neubau in die Schlagzeilen, da wegen der Pleite der Baufirma Imtech weitere Verzögerungen und Kostensteigerungen befürchtet wurden. Ursprünglich sollte der Neubau noch 2014 fertig werden. Jetzt ist 2018 im Gespräch.