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Zwei Taten in kurzer Zeit Polizei sucht Täter nach brutalen Raubüberfällen in Delmenhorst

Von Eyke Swarovsky | 10.03.2020, 17:57 Uhr

Nach zwei Raubüberfällen im Delmenhorster Stadtgebiet, bei denen die Täter äußerst brutal zu Werke gingen, sucht die Polizei nach den Tätern. Die Beamten kündigten an, die Polizeipräsenz in der Stadt zu erhöhen.

Wie die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen erst an diesem Dienstag mitteilte, kam es in den vergangenen Tagen zu zwei schweren Raubüberfällen. In einem Fall konnten zwei jugendliche Tatverdächtige festgenommen werden.

Die erste Tat spielte sich bereits am Montag, 2. März, gegen 19.20 Uhr in einem Kiosk an der Friedensstraße ab. Mehrere Personen kamen laut Polizei in den Kiosk, brachten das Personal, einen 73 Jahre alten Mann und eine 60-jährige Frau, zu Boden und fesselten die beiden Opfer. Während die Frau und der Mann mit einer Schusswaffe bedroht wurden, klauten andere Personen Bargeld und Zigaretten aus dem Kiosk. Wie die Polizei berichtet, war der Raubüberfall nach wenigen Minuten beendet. Die beiden Opfer wurden körperlich leicht verletzt.

Trotz einer umgehend eingeleiteten Fahndung konnten die Täter unerkannt flüchten. Die Polizei hat im Anschluss umfangreiche Spuren gesichert.

Jugendliche Tatverdächtige gefasst

Die zweite Tat geschah nur wenige Tage darauf am Freitag, 6. März nach ähnlichem Muster. Gegen 21 Uhr klingelte es an der Haustür eines älteren Ehepaars an der Kantstraße. Der 72-jährige Bewohner öffnete die Tür, wurde unmittelbar zu Boden gebracht und mit einer Schusswaffe bedroht. Als seine 71 Jahre alte Frau aus dem Wohnhaus hinzukam, wurde auch sie auf den Boden gedrückt und mit einer Waffe bedroht.

Mehrere andere Personen kamen hinzu, betraten das Haus und durchsuchten die Wohnräume. Die Täter entwendeten diverse Elektrogeräte. Insgesamt soll die Tat laut Informationen der Polizei rund eine halbe Stunde gedauert haben. Der Mann und die Frau wurden körperlich leicht verletzt und zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht.

Die Täter konnten auch hier zunächst flüchten. Bei einer umgehend eingeleiteten Fahndung, bei der auch Suchhunde und ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurden, konnte zunächst ein und später ein zweiter Verdächtiger in Tatortnähe gefasst und festgenommen werden. Bei beiden handelte es sich um Jugendliche. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mussten die beiden wieder entlassen werden, da laut Staatsanwaltschaft keine Haftgründe vorlagen. Auch bei dem Raubüberfall an der Kantstraße wurden umfangreiche Spuren gesichert.

Polizei prüft weitere Taten

Im Zusammenhang mit diesen brutalen Überfällen sind bei der Polizei intensive Ermittlungen angelaufen. Die Beamten kündigten an, die Polizeipräsenz in Delmenhorst zu erhöhen. Die Ermittler prüfen, ob die Tatverdächtigen auch für weitere Taten in Delmenhorst verantwortlich sein könnten. Zeugenhinweise werden unter Telefon (04221) 15590 entgegengenommen.

Die Polizei rät dazu, wachsam zu bleiben. Wenn Anwohner verdächtige Beobachtungen in ihrem Wohnumfeld machen, beispielsweise Autos oder Personen, die sich für gewöhnlich nicht dort aufhalten, sollten sie die Polizei informieren. Wenn es an der Tür klingelt, obwohl kein Besuch erwartet wird, sollten Bewohner sich vor dem Öffnen zunächst vergewissern, wer vor der Tür steht.