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Aktion „One Billion Rising“ gegen Gewalt Delmenhorster tanzen und trommeln für die Frauenrechte

Von Dennis Rüter | 02.02.2020, 12:29 Uhr

Tanzende und trommelnde Frauen werden Passanten am Valentinstag vor dem Rathaus sehen. Doch nicht Romantik ist der Anlass , sondern die Gewalt, die viele Frauen erleiden.

Gewalt gegen Frauen ist auch 2020 immer noch ein Thema. Deshalb wird dieses Jahr wieder der weltweite Aktionstag „One Billion Rising“ am Freitag, 14. Februar, durchgeführt. Aktivisten in Delmenhorst nehmen zum fünften Mal daran teil. Sie wollen nicht nur selbst mit Trommeln und Reden auf das ernste Thema aufmerksam machen. Im Mittelpunkt steht vielmehr das gemeinsame Tanzen mit den Besuchern.

Sambagruppe soll einheizen

Ab kurz vor 15 Uhr wird der Marktplatz vor dem Rathaus bespielt. Zunächst soll die Frauen-Sambagruppe „Sambrassa“ den Zuschauern einheizen. Ab 15 Uhr folgen Grußworte. Jörn Stilke, Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, und Daniela Hirt werden sprechen. Sie leitet ein Training für Männer bei häuslicher Gewalt.

Im Anschluss sollen die Zuschauer gemeinsam mit den Organisatoren tanzen. In den Vorjahren nahmen jeweils etwa 200 Menschen teil.

Jede fünfte Frau Opfer von Gewalt durch Männer

Die Protestaktion „One Billion Rising“ wird bewusst am Valentinstag durchgeführt, um so auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Laut den Vereinten Nationen sollen etwa 20 Prozent aller Frauen weltweit mindestens einmal im Leben physisch oder sexuell von einem Mann attackiert werden.

Durch Lohnausfälle, Krankenstand und ähnliches entstünden allein in den USA jährlich Schäden für die Wirtschaft von 100 Millionen Dollar. Dabei gebe es in jedem Land Fälle von Gewalt gegen Frauen.

Über 100.000 Frauen in Deutschland betroffen

Auch in Deutschland bleibt das Problem bedeutsam. So gab es 2018 laut einer Auswertung des Bundeskriminalamtes 122 Frauen, die vom aktuellen oder ehemaligem Partner getötet wurden. Mehr als 114.000 wurden Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen.

Insgesamt wurden 140.755 Fälle häuslicher Gewalt registriert. In 81 Prozent waren Frauen die Opfer. Die Dunkelziffer soll hoch sein.