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Weihnachtskonzert der MSD 100 Musikschüler ernten stürmischen Beifall im Kleinen Haus

Von Dirk Hamm | 15.12.2019, 20:03 Uhr

Kinder und Erwachsene, Ensembles und Solisten, Anfänger und Fortgeschrittene: Sie alle haben am Samstagnachmittag im Kleinen Haus ein höchst abwechslungsreiches Konzert geboten.

Rund 500 Zuschauer waren zum traditionellen großen Weihnachtskonzert der Musikschule der Stadt Delmenhorst (MSD) gekommen. Naturgemäß fieberten viele Eltern, Großeltern und Geschwister in den beinahe voll besetzten Sitzreihen vor allem dem Auftritt des eigenen Familienmitglieds entgegen. Doch die allermeisten Besucher ließen sich genauso von den Darbietungen aller anderen Aktiven begeistern. Nach der Pause des dreistündigen Programms hatten sich die Reihen im Saal jedenfalls nur unwesentlich gelichtet.

MSD-Leiter als Klavierschieber

Mit gewohnt spitzer Zunge und ironisch-launigen Bemerkungen überbrückte Musikschulleiter Michael Müller die zahlreichen Umbaupausen, in denen er sich zudem als „Möbelpacker“ betätigte. Galt es doch des Öfteren, den Flügel von der seitlichen Position ins Zentrum der Bühne zu bewegen und wieder zurück. Das Klavier, mit dem sich laut Müller 156 Schüler in der MSD beschäftigen, war diesmal ein Schwerpunkt des Weihnachtskonzerts. Und das mit Bedacht, denn die wie immer nach dem Konzert vom Freundeskreis der Musikschule erbetenen Spenden – der Eintritt war frei – waren für die Anschaffung eines Flügels gedacht. Und ein solches Instrument ist nicht gerade billig, wie Müller betonte: „Dafür bekommen sie schon ein kleines Einfamilienhaus.“

Virtuosität gepaart mit Musikalität

Hinreißend war es dann auch, was einige der Musikschüler als Solisten auf diesem Instrument darboten. Die kleine Yuxing Huang etwa, die in der Musikschule nur Dora gerufen wird, begeisterte mit der „Italienischen Polka“ von Sergei Rachmaninoff. Bemerkenswert war dabei, wie sie ihre herausragende Fingerfertigkeit mit einer in so jungen Jahren bemerkenswerten Musikalität verband. Besonders stürmischer Applaus des auch ansonsten nicht mit Beifall geizenden Publikums war der Lohn. Weitere Höhepunkte an den Klaviertasten waren Arjan Papes selbst komponierte Variationen über das Winterlied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und Yannick Lemassons Darbietung einer träumerischen „Nocturne“ von Frédéric Chopin.

Viele reizvolle Kontraste

Immer wieder hatte das Programm reizvolle Kombinationen und Kontrastpunkte zu bieten. Etwa als nach den von den Kleinsten lauthals gesungenen Liedern „Sind die Lichter angezündet“, „This Little Light Of Mine“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ Marie Luise Hohnholt auf der Gitarre das traurig-schöne Lied „Hijo de la luna“ spielte. Einen besonderen Gänsehautmoment schuf Ceyda Pala, die, vom Gitarrenensemble begleitet, mit samtweicher Stimme das besinnliche „Only Time“ von Enya sang.

Publikum singt Weihnachtslieder

Franz Schubert und Ed Sheeran, Kammermusik und Bigband-Sound, Schlagzeug und Querflöte: Die Bandbreite der Komponisten, Stile und Instrumente war wie immer sehr breit beim Weihnachtskonzert der MSD. Vier Wochen vor dem großen Ereignis frage er in den einzelnen Klassen ab, an welchen Stücken gearbeitet werde, um daraus ein gut aufeinander abgestimmtes Programm zusammenzustellen, erläuterte Michael Müller in der Pause. Beinahe 100 Schüler seien an dem Konzert beteiligt.

Und zum Schluss auch das Publikum, das sich gemeinsam mit allen Mitwirkenden, die noch einmal auf die Bühne kamen, mit „Alle Jahre wieder“ und „O du fröhliche“ auf das Fest einstimmte.