Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Stadtwerke unterzeichnen Vertrag Delmenhorster Klärschlamm wird bald verfeuert

Von Kai Hasse | 09.08.2019, 23:18 Uhr

Klärschlamm aus Delmenhorst soll jetzt nicht mehr auf den Feldern landen. Ab dem kommenden Jahr sorgt er für Wärme.

Bei der Behandlung des Abwassers auf der Kläranlage Delmenhorst bleibt am Ende der so genannte Klärschlamm übrig, rund 8000 Tonnen im Jahr. Für diesen gibt es nun bald einen neuen Abnehmer, wie Stadtwerke-Sprecherin Britta Fengler erklärt. Er wird verbrannt.

Klärschlamm soll thermisch verwertet werden

Bisher wurde Klärschlamm als Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. "In den letzten Jahren haben sich allerdings die Rahmenbedingungen wesentlich geändert und es erfolgte eine Abkehr der direkten landwirtschaftlichen Nutzung", so Fengler. Nach der Novellierung der Klärschlammverordnung im Jahre 2017 dürfen große Kläranlagen den Klärschlamm laut ihr nur noch bis 2029 beziehungsweise 2032 "bodenbezogen verwerten". Danach muss der Klärschlamm zwecks Phosphorrückgewinnung in einer Monoverbrennungsanlage thermisch verwertet werden.

Entsorger für kommende zehn Jahre

Die Stadtwerkegruppe wollte nicht bis dann warten. Bereits seit 2017 hat sie Klärschlamm thermisch entsorgt. Ende des Jahres läuft der Vertrag mit dem bisherigen Entsorger aus – und ein neuer ist gefunden, der mindestens in den kommenden zehn Jahren die Entsorgung übernimmt. Die KENOW (Klärschlammentsorgung Nordwestdeutschland) soll nun die langfristige Entsorgung auf sichere Beine zu stellen, so Fengler. Ein Vertrag wurde unterzeichnet, er berücksichtigt auch die gesetzlich geforderte Phosphorrückgewinnung. SWD-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen betonte bei der Gelegenheit, dass der Klärschlamm dort verbrannt werde, wo er auch wärmetechnisch genutzt werden könne.

Wärme geht ins Fernwärmenetz

Laut Berend Beatt, Geschäftsführer der KENOW soll der Klärschlamm von 2020 bis 2021 noch in die thermische Mitverwertung in Bremen gehen. "Mitte 2022 wird der Klärschlamm dann umwelt- und klimafreundlich in der geplanten Bremer Monoverbrennungsanlage thermisch verwertet. Die Monoverwertungsanlage läuft energieautark und wird an das Fernwärmenetz angeschlossen.“