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Kommentar Vereinsgründungen in Delmenhorst: Es bewegt sich in die richtige Richtung

Meinung – Eyke Swarovsky | 04.09.2019, 19:17 Uhr

Erst "Feminist Friday" und „Im Hørst daheim“, jetzt "Slam-A-Rang": In Delmenhorst finden sich gerade junge Menschen zusammen, um gemeinsam ihre Stadt lebenswerter zu machen. Damit bringen die Aktiven genau den richtigen Stein ins Rollen. Ein Kommentar.

Es sind erfrischende Nachrichten, die in den vergangenen Wochen aus Delmenhorst zu vernehmen waren. Erst gründeten kürzlich acht junge Frauen den Verein „Im Hørst daheim“, um in ihrer Heimatstadt Angebote zu schaffen, die ihnen selbst bislang fehlen, jetzt legen die kreativen Köpfe von „Slam-A-Rang“ nach und wollen mehr Leben ins Delmenhorster Kulturleben bringen. Schon vor ein paar Monaten wurde "Feminist Friday" ins Leben gerufen.

Delmenhorst ist tot? Von wegen!

Delmenhorst ist tot? Von wegen! Viele vor ein paar Jahren verloren geglaubte Töchter und Söhne der Stadt kommen jetzt – mit Ende 20, Anfang 30 – zurück in ihre alte Heimat. Und das aus gutem Grund: Hier gibt es alles Lebensnotwendige auf vergleichsweise kleinem Raum. Man kennt sich. Die Mieten sind noch bezahlbar. Integration funktioniert vorbildlich. Delmenhorst ist bunt und die Schandflecken und Bausünden vergangener Tage verschwinden zusehends aus dem Stadtbild.

Nicht meckern, selber machen!

Doch das ist nicht alles. Delmenhorst bietet zwar bereits heute viel Kultur, doch wenn ein 30-Jähriger sagt, dass ihm hier zu wenig geboten wird, dann hat er damit auch recht. Nun könnte man in alter Delmenhorst-Manier motzen und klagen, dass die Stadt Schuld und sowieso alles schlecht ist, man kann sich aber auch ein Vorbild an „Im Hørst daheim“ und „Slam-A-Rang“ nehmen und etwas bewegen. Selbst das Heft in die Hand nehmen, anstatt darauf zu warten, dass es jemand anders für einen übernimmt.

Es scheint, als fänden sich hier gerade genau die richtigen Leute zusammen, um einen Stein ins Rollen zu bringen, der am Ende unser aller Leben in Delmenhorst bereichern könnte.

Weiterlesen: Wie ein paar Kreative die Delmenhorster Kulturszene aufmischen wollen