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Industriekultur in Delmenhorst Heimatverein bittet um Spenden für neue Bronzeskulptur

Von Dirk Hamm | 07.09.2019, 00:23 Uhr

Mit einer Skulptur möchte der Heimatverein die Lebensleistungen der unzähligen Arbeiterinnen würdigen, die in den Delmenhorster Fabriken gearbeitet haben. Dazu sind Spenden aus der Bevölkerung notwendig.

Sie steht exemplarisch für die Lebensleistung Tausender Frauen, die für geringe Bezahlung in den großen Delmenhorster Fabriken schufteten: Ruth Müller hat sich als Gewerkschafterin und als Betriebsrätin auf der Nordwolle für diese Frauen eingesetzt. Ihr ist im Industriemuseum auf der Nordwolle einer der vom Landesfrauenrat Niedersachsen initiierten „frauenORTE“ gewidmet. Jetzt wollen der Heimatverein Delmenhorst und der Förderkreis des Industriemuseums diesen Erinnerungsort stärker „unter die Menschen bringen“.

Standort auf dem Bahnhofsvorplatz

Das erhofft sich Friedrich Hübner, Vorsitzender des Heimatvereins, von einem gemeinsamen Projekt von Verein und Förderkreis: Auf dem Bahnhofsvorplatz soll in Zukunft eine Bronzeskulptur auf den „frauenORT“ aufmerksam machen. So sollen viel mehr Menschen als bisher etwas über das Leben von Ruth Müller und die Arbeitsbedingungen in den früheren Delmenhorster Fabriken erfahren.

Tafel und Skulptur ergänzen sich

Die Stadt Delmenhorst hat einen Flyer zum "frauenORT" herausgegeben und beabsichtigt, eine Informationstafel zu diesem Ort und zu Ruth Müller aufzustellen. Diese Tafel soll in die Präsentation der Industriekultur in der Stadt eingebunden werden. Der Heimatverein und der Förderkreis haben dazu die Idee zu der Skulptur entwickelt, die bei der Informationstafel aufgestellt werden soll.

Nach dem Rathaus- und dem Burgmodell geht der Heimatverein mit diesem Projekt erneut eine Kooperation mit dem Delmenhorster Bildhauer Jürgen Knapp ein. Der Künstler stellt sich das zu schaffende Werk als eine „flinke Spinnerin“ vor.

Arbeiterinnen kamen mit dem Zug

Für Friedrich Hübner ist der anvisierte Standort auf einer Freifläche gegenüber dem Delbus-Gebäude auf dem Bahnhofsvorplatz besonders passend, weil die meisten der Arbeiterinnen in den großen Delmenhorster Industrieunternehmen in der Ferne angeworben wurden und am Bahnhof ihre ersten Schritte auf Delmenhorster Boden setzten. Hinsichtlich des Standorts sei man im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung, sagte Hübner.

24.000 Euro werden benötigt

Wann die Skulptur, die auf einem Steinsockel stehen und circa 1,6 Meter hoch sein soll, aufgestellt werden kann, hängt wesentlich von der Spendenbereitschaft der Delmenhorster ab. Benötigt wird laut Hübner ein Betrag von 24.000 Euro. Der Vorsitzende hofft, dass es in etwa anderthalb Jahren so weit ist.

Weitere Informationen zu dem Projekt und zu den Spendenkonten sind auf der Internetseite des Heimatvereins zu finden.