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Konzert in Stuhr Wunderkinder auf der Bühne im Gut Varrel

Von Kai Hasse | 18.09.2019, 23:32 Uhr

Stuhr ist am Donnerstag, 19. September, Teil des flächengrößten Festivals Deutschlands. Dann werden in der Gutsscheune Varrel Stücke von Robert und Clara Schumann gespielt – von international gefragten Musikern.

Clara Schumann, die sich einst tröstete, dass sie ja nur eine Frau sei, und deshalb nicht komponieren könne, hat dann doch ihr Ding gemacht. Ihr Renommee als Wunderkind am Klavier und auch letztlich ihre Komponierkunst blieben bis heute erhalten. Einblicke in ihr Schaffen und das ihrer Kunstgefährten gibt es heute im Gut Varrel zu hören.

Flächengrößtes Festival Deutschlands

Das Konzert ist Teil der Niedersächsischen Musiktage. Innerhalb von vier Wochen werden während des Festivals etwa 70 Konzerte gegeben. Die Macher der Niedersächsischen Musiktage sehen ihr Festival deshalb als das flächengrößte Deutschlands. Gespielt wird an großen Orten, deren Namen landesweit Gewicht hat, und auch an kleinen – wie eben Stuhr. Dafür kommen dann auch die großen Namen der Klassischen Konzertmusik in das Örtchen: Die NDR Radiophilharmonie reist an, dirigiert wird sie von der amerikanischen Dirigentin Mei-Ann Chen.

Komponistin voller Selbstzweifel

„Wie gern möcht ich komponieren, doch hier kann ich durchaus nicht. Ich tröste mich immer damit, dass ich ja ein Frauenzimmer bin, und die sind nicht zum Komponieren geboren.“ Das schrieb Clara Schumann. Dass Frauen komponieren, galt in ihrer Zeit als absolute Ausnahme. Etwa zur selben Zeit aber leitete dann kein Geringerer als Felix Mendelssohn Bartholdy 1835 die Uraufführung ihres Klavierkonzerts in a-Moll im Leipziger Gewandhaus. Die 16-jährige Komponistin selbst spielte den Solopart.

Schumanns Part als Solistin wird am heutigen Abend Lise de la Salle übernehmen. Die tourt seit eineinhalb Jahrzehnten als eine der international gefragtesten Konzertpianistinnen durch die großen Säle der Welt – und heute nach Varrel.

Auch Zeitgenössisches auf der Bühne

Neben Clara Schumanns Klavierkonzert gibt es auch die zweite Symphonie in C-Dur ihres Mannes Robert Schumann zu hören – und: Zeitgenössisches. Die Isländerin Anna Thorvaldsdottir, Jahrgang 1977, gilt als eine der faszinierendsten jungen Komponistinnen der Gegenwart. Ihre Musik „ist hörbar gegenwärtig“ schreiben die Macher des Festivals, „wirkt aber unmittelbar ansprechend und hat bei popmusikaffinen Hörern ebenso viel Erfolg wie bei Klassikfans." Von ihr erklingt „Hrim für Ensemble“.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der EIntritt kostet 30 Euro, ermäßigt 25 Euro. Es gibt Karten an der Abendkasse.