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400. Todestag von Graf Anton II. Stadtkirche Delmenhorst feiert Konzert mit Blick auf die Grafengruft

Von Christopher Bredow | 21.10.2019, 17:17 Uhr

Anlässlich 400. Todestag von Graf Anton II. lädt die Stadtkirche Delmenhorst am Freitag, 25. Oktober, zum Festkonzert ein. Im Blickpunkt steht dabei der Umbau der Grafengruft, für den die Kirchengemeinde noch Geld benötigt – und dabei vor allem auf die Stadt hofft.

Zu Papier gebracht ist das Orgelstück zwar noch nicht, Kantor Jörg Jacobi aber ist trotzdem zuversichtlich, dass seine eigens komponierte Trauermusik anlässlich des 400. Todestages von Graf Anton II. beim Publikum gut ankommen wird. "Im Kopf habe ich das Stück schon fertig, aber es ist viel Schreibarbeit", erklärte Jacobi am Montag. Sein Stück wird er am Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr beim Festkonzert in der Stadtkirche Delmenhorst aufführen.

Chor probt seit drei Monaten

Seit etwa einem Jahr arbeitet Jacobi an dem Konzert, bei dem es auch die "Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz aus dem Jahr 1635 zu hören geben wird. Grundlage der Eigenkomposition Jacobis sind 7 der 21 Sprüche, die den Sarg von Schütz zieren. "Davon habe ich mich inspirieren lassen", sagte der Kantor. Melodisch hat Jacobi sich an Johann Sebastian Bachs Kantate "Christus, der ist mein Leben" orientiert. Gemeinsam mit dem Chor ist das Stück nun schon seit drei Monaten geprobt worden. "Wie gut es wirklich ist, entscheiden die Besucher dann am Freitag", so Jacobi.

Umbau der Grafengruft: Kirchengemeinde ist auf Spenden angewiesen

Die Stadtkirche um Pfarrer Thomas Meyer will die Festveranstaltung zum 400. Todestag von Graf Anton II. auch dafür nutzen, um erneut für den geplanten Umbau der Grafengruft zu werben und noch die ein oder andere Spende zu erhalten. Denn nach wie vor mangelt es am Geld, um die geschichtsträchtige Gruft mit den vier Zinnsärgen der letzten Delmenhorster Grafenfamilie auszubauen. "Seit ewigen Zeiten beklagen sich alle, wie es dort aussieht", sagte Meyer. Dabei gehe es vor allem um den Zugang zu dem Kellerraum unterhalb der Stadtkirche, der über eine schmale Treppe und vorbei an Heizungsraum und Abstellräumen führt.

Neues Treppenhaus soll geschaffen werden

"Wir wollen einen komplett neuen Zugang mit einer zusätzlichen Treppe und einem Lift schaffen", erklärte Architekt Ejnar Tonndorf die Umbaupläne. Der Treppenzugang soll über den Kirchplatz direkt zu einem der Abstellräume führen, der zu einem Vorraum mit Informationswänden rund um die Grafengeschichte ausgebaut werden soll. "Wir wollen so dafür sorgen, dass die Grafengruft angemessen präsentiert werden kann", so Tonndorf.

Konstantin Zigmann, Inhaber der Bremer Werbeagentur "Prima Propaganda", hat für die Gestaltung der Räume bereits Entwürfe angefertigt. "Da die Räume sehr eng sind, war die Planung nicht ganz einfach", so Zigmann. Die Verbindung der verschiedenen Themen sei nun aber gut gelungen. Die Entwürfe sollen am Freitag im Anschluss an das Konzert in der Stadtkirche präsentiert werden.

Delmenhorster Rat soll 100.000 Euro zusteuern

Das Wohl und Wehe des Projekts hängt nun zu großen Teilen vom Delmenhorster Rat ab, wie Pfarrer Meyer unterstrich: "Ohne das Geld der Stadt wird die Umsetzung schwer." 100.000 Euro möchte die Kirchengemeinde von der Stadt haben, um den Umbau finanzieren zu können. "Die Grafengruft ist ein wichtiges Stück Kultur und kann zu einem Aushängeschild der Stadt werden", erklärte Meyer. Das öffentliche Interesse sei bereits jetzt groß. Es sei daher nicht Aufgabe der Kirche, das Geld zur Verfügung zu stellen.

An Spenden konnte die Stadtkirche bislang 20.000 Euro sammeln, hinzu kommen seit Neuestem 6000 Euro von der Stiftung der Volksbank Delmenhorst-Schierbrok. Meyer und seine Mitstreiter hoffen noch auf weitere, auch private Geldgeber. Immerhin soll das Projekt insgesamt etwa 200.000 Euro kosten – ursprünglich wurde sogar mit 300.000 Euro geplant. Stimmt der Rat dem Antrag der Stadtkirche in seinen Haushaltsberatungen am 18. Dezember zu, soll der Umbau der Grafengruft bereits Anfang nächsten Jahres starten – zeitgleich mit der Sanierung der Kirche, die zum Reformationstag am 31. Oktober 2020 abgeschlossen sein soll.

"Am Freitag wollen wir auch in der Bevölkerung nochmal ein Bewusstsein für die Bedeutung der Grafengruft schaffen", so Meyer. Der Eintritt zu dem Konzert in der Stadtkirche ist frei, Spenden fließen direkt in das Umbauprojekt.