Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Feminist Friday Delmenhorst Delmenhorsterin setzt sich für mehr Gleichberechtigung ein

Von Christopher Bredow | 04.04.2019, 15:28 Uhr

Um für mehr Gleichberechtigung zu sorgen, hat die Delmenhorsterin Virginia Sroka-Rudolph einen feministischen Stammtisch gegründet. Wenn es nach ihr geht, soll es dabei aber nicht bleiben.

Mehr oder weniger im Schlaf kam Virginia Sroka-Rudolph die Idee, den "Feminist Friday Delmenhorst" ins Leben zu rufen. Am 8. März, dem Weltfrauentag, wachte die 30-Jährige auf und fasste die Gründung des feministischen Stammtisches ins Auge. "Ich hatte mich rund um den Weltfrauentag schon viel mit dem Thema auseinandergesetzt und dachte mir, dass man so etwas machen sollte", erzählt die Delmenhorsterin.

Delmenhorst besitzt "feministisches Potenzial"

Denn grundsätzlich attestiert Sroka-Rudolph der Stadt mit ihren zahlreichen Aktionen rund um das Thema Gleichberechtigung schon ein "feministisches Potenzial". Dieses müsse man nur noch besser nutzen: "Mir hat ein Ort gefehlt, an dem sich alle Menschen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen wollen, treffen können." Eine Plattform zum Austausch zwischen verschiedenen Vereinen, Parteien und anderen Vertretern will sie nun mit dem "Feminist Friday" bieten. (Lesen Sie hier: Delmenhorster protestieren tanzend gegen Gewalt an Frauen.)

Dabei geht es ihr nicht allein um die Stärkung der Frauenrechte, sondern um die Gleichberechtigung der Geschlechter allgemein: "Ich wünsche mir eine Diskussion um die immer noch festgefahrenen gesellschaftlichen Normen und Rollenbilder sowohl von Frauen, als auch von Männern", sagt die 30-Jährige. Bestehende Strukturen sollen hinterfragt und Lösungsansätze gefunden werden.

Arbeit in Frauenrechtsorganisation sensibilisierte Sroka-Rudolph

Mit dem Thema Feminismus hat sich Sroka-Rudolph zum ersten Mal mit 24 Jahren bei ihrem Freiwilligendienst in Nicaragua richtig beschäftigt: "Ich habe dort in einer Frauenrechtsorganisation gearbeitet und mit vielen Frauen zu tun gehabt, die sexuelle und körperliche Gewalt erfahren haben", erzählt sie. Das dort Erlebte hat sie mit nach Deutschland genommen und sich auch hier mit den Problemen beschäftigt. In ihrem Beruf als sozialpädagogische Familienhelferin habe sie ebenfalls viel mit der Thematik zu tun. (Lesen Sie hier: Delmenhorsterinnen verraten ihre Wünsche zum Frauentag.)

Zukunft des feministischen Stammtisches ist offen

Zum Stammtisch wird Sroka-Rudolph selbst einige Ideen mitbringen, doch sie möchte sich auch von den Gedanken der anderen Teilnehmer inspirieren lassen: "Es ist nichts vorgegeben und es ist offen, wie es danach weiter geht." Ob es bei einem lockeren und regelmäßigen Austausch bleibt oder größere Aktionen entstehen, will die 30-Jährige mit ihren Mitstreitern besprechen: "Ich würde mir natürlich wünschen, dass daraus etwas Größeres entsteht."

Erstes Treffen des "Feminist Friday" am 5. April

Zum ersten Mal trifft sich der "Feminist Friday"-Stammtisch am Freitag, 5. April, um 19 Uhr bei Jugend im Mittelpunkt an der Bremer Straße 131. "Eingeladen sind alle Menschen, die ein offenes Weltbild haben und sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen", sagt Sroka-Rudolph.