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Josef-Hospital Delmenhorst Kein Streik, aber der Ruf nach Veränderungen

Von Marco Julius | 09.04.2019, 18:40 Uhr

Am Mittwoch steht ein Ärzte-Warnstreik an kommunalen Krankenhäusern an. Das Josef-Hospital Delmenhorst ist nicht betroffen. Die Forderungen werden aber auch vor Ort unterstrichen.

Delmenhorst In Niedersachsen sind am Mittwoch über 50 kommunale Krankenhäuser und die Gesundheitsämter vom Ärzte-Warnstreik betroffen. Die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände waren im März gescheitert, der Marburger Bund bereitet weitere Schritte vor. Außen vor bleibt das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD), da es zwar kommunal geführt, aber formal nicht tarifgebunden ist.

Dennoch erklären sich Beschäftigte des JHD solidarisch mit den Streikenden, wie Dr. Matthias Esch, Oberarzt am JHD und Mitglied der Bezirksvertretung des Marburger Bundes, auf Nachfrage erläutert.

Gute Bedingungen, gutes Personal

Aus Delmenhorster Sicht betont Esch vor allem die Forderung des Marburger Bundes, dass es für Ärzte zwei freie Wochenenden im Monat und eine verlässliche Dienstplangestaltung geben müsse. „Der Dienstplan muss für vier bis sechs Wochen im Voraus stehen, damit man auch privat planen kann“, fordert Esch. Im Blick hat der Bund dabei auch die Attraktivität des Berufes. „Unser Beruf muss auch künftig für junge Menschen attraktiv sein. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, wird der Ärztemangel noch größer werden“, ist auch Esch überzeugt. Die Arbeitsattraktivität werde zunehmend wichtig, um die Funktionsfähigkeit eines Krankenhauses zu erhalten, ist Esch überzeugt. Aus seiner Sicht stehe diese Forderung auch in keinem Gegensatz zu Überlegungen von Geschäftsführungen. „Wir wollen doch beide das Gleiche. Ein funktionierendes Krankenhaus. Dafür brauchen wir gutes Personal.“

Für bessere Arbeitsbedingungen

„Die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern müssen sich nachhaltig für alle Beschäftigten verändern“, fordert Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. Er sagt: „Wer ein System zulässt, das Ärztinnen und Ärzte krank macht, gefährdet das Wohl der Patientinnen und Patienten. Unsere Tätigkeit in den Krankenhäusern ist das Rückgrat der medizinischen Versorgung.“

Dezentrale Aktionen sollen dem Warnstreik folgen. Parallel bereitet der Marburger Bund die Urabstimmung über einen längerfristigen Streik vor. „Über die weitere Entwicklung und eine mögliche Eskalation bis hin zu einem Vollstreik entscheidet das Verhalten der Arbeitgeber“, teilt die Ärztegewerkschaft mit.