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Warnung vor zu großen Schritten Deichhorster Beirat sieht Müll als großes Problem

Von Birgit Stamerjohanns | 10.04.2019, 16:19 Uhr

In Deichhorst haben sich am Dienstag rund 20 Bewohner zur zweiten Beiratssitzung getroffen. Noch hat sich an ihren Problemen nicht viel geändert, aber es gibt gute Ideen für die Zukunft des Delmenhorster Stadtteils.

Kaum hatte die Beiratssitzung begonnen, gab es eine ernüchternde Nachricht: Es saß kein Gast aus Kassel am Tisch. Dabei hatten sich viele Deichhorster gefreut, einem Vertreter des Hausverwalters Ex Ante ihren Kummer vortragen zu können. Das Unternehmen verwaltet zahlreiche Wohnblöcke in Deichhorst – immer wieder klagen Mieter über Schimmel in den Wohnungen. Aber Rudolf Mattern, Fachbereichsleiter der Stadt Delmenhorst, zeigte sich optimistisch, bald einen Ex Ante-Vertreter im Nachbarschaftsbüro Deichhorst begrüßen zu können. Und AWO-Chef Harald Groth ergänzte: „Wir sollten auf jeden Fall gesprächsbereit bleiben, nach einem neuen Termin suchen und dann unsere Anliegen vortragen.“ Eine Haltung, die die meisten Anwesenden teilten.

Müll bleibt großes Problem

Neben Mietmängeln treibt die Deichhorster ein weiteres Problem um: der viele Müll an ihren Straßen. In der Tat standen während der Sitzung nicht nur überquellende Müllcontainer, gelbe Säcke und Mülltüten an der Alfred-Rethel-Straße herum, sondern auch ein Schreibtischstuhl auf dem Gehweg und ein größerer Sperrmüllhaufen im Bereich des Wendehammers. Harald Groth und Rudolf Mattern hatten allerdings gleich einen Tipp für die Bewohner: „Meldet euch sofort bei der Stadt, wenn euch etwas auffällt, dann lässt sich das beheben.“ Wo viele Menschen auf einem Raum zusammenleben, gebe es immer Probleme mit dem Müll, erklärte Rudolf Mattern.

Eine Anregung des Beirats: An den Müllcontainern sollen Infoblätter angebracht werden, die das richtige Mülltrennen erklären. „Es gibt Leute, die unreflektiert sind, oft haben sie auch keine Erfahrungen mit der Mülltrennung gemacht“, erklärte Adriana Theessen, stellvertretende Leiterin der VHS Delmenhorst, die zur Sitzung nach Deichhorst gekommen war. Sie ist gebürtige Bulgarin und begrüßte die Idee, Zuwanderern Themen wie die Müllentsorgung näher zu bringen. „Man könnte eine Art Veranstaltungsreihe durchführen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen“, so Theessen.

Mit Kaffee und Kuchen von Tür zu Tür

Und Rudolf Mattern ergänzte: „Es ist immer sinnvoll, Multiplikatoren auszubilden, die bestimmte Dinge ansprechen, und zwar in den jeweiligen Muttersprachen.“ Eine weitere Idee des Beirates: Vertreter des Nachbarschaftsbüros wollen mit Kaffee und Kuchen durch die Siedlung ziehen und Werbung für das Haus an der Alfred-Rethel-Straße 1 machen. Auch eine Aktion zu Weihnachten ist geplant. Fachbereichsleiter Mattern fand: „Es ist immer eine gute Idee, in der Gemeinwesenarbeit mit kleinen Schritten anzufangen und erst einmal zu zeigen, dass man eine geschlossene Gemeinschaft ist, anstatt gleich zu viel zu wollen“

Eine gute Nachricht hatte er am Ende des Abends noch für die Deichhorster: Der städtische Haushalt sieht einen Fonds in Höhe von 2500 Euro für das Nachbarschaftsbüro Deichhorst vor. Was mit dem Geld geschehen soll, kann der Beirat selbst bestimmen. Und: Mattern sieht eine Möglichkeit, über eine Fördermaßnahme einen Langzeitarbeitslosen - möglichst aus dem Stadtteil – in Arbeit zu bringen und in Deichhorst als eine Art „Müllwart“ und „Kümmerer“ zu beschäftigen.