Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Frieda Pontow feiert Geburtstag Delmenhorsterin Frieda Pontow feiert ihren 100. Geburtstag

Von Bettina Dogs-Prößler | 12.04.2019, 17:53 Uhr

100 Jahre lebt die Delmenhorsterin Frieda Pontow schon und gehört damit zu einer kleinen Runde der ältesten Bürger der Stadt. Erst mit 98 Jahren zog sie in ein Seniorenheim.

Bücken kann sich Frieda Pontow noch sehr gut. „Im letzten Herbst hat sie sämtliche Kastanien vom Grundstück aufgesammelt“, schildert Neffe Jürgen Fleischer. „Und täglich ihre Runde ums Haus gedreht.“ Erstaunlich fit ist die Delmenhorsterin auch ein halbes Jahr später noch. Nur das Gedächtnis ist nicht mehr das, was es einmal war. „Es will einfach nichts mehr rein in meinen Kopf“, sagt Frieda Pontow. Was mehr als verzeihlich ist in ihrem Alter. Frieda Pontow hat am Freitag ihren 100. Geburtstag gefeiert.

15 Jahre fehlen noch zum Rekord

Mit Frieda Pontow leben aktuell sieben Seniorinnen in Delmenhorst, die ein dreistelliges Lebensalter erreicht haben. Niedersachsenweit gibt es davon aktuell etwas mehr als 1500 Menschen, die meisten von ihnen sind wie die Jubilarin Frauen. Im Vergleich zur 1986 verstorbenen Augusta Holtz, die als bisher ältester in Deutschland geborener Mensch gilt, gehört die 100-Jährige allerdings längst noch nicht zum alten Eisen: Augusta Louise Holtz wurde erwiesenermaßen 115 Jahre alt.

In kleiner Runde gefeiert

Gefeiert hat die gebürtige Delmenhorsterin am Freitagvormittag in kleiner Runde im Seniorenheim Haus am Park an der Langenwischstraße. Zu den Gratulanten zählten neben der Familie auch Ehrenratsfrau Käthe Stüve, die mit ihren 88 Jahren ebenfalls schon zu den hochbetagten Delmenhorstern zählt, sowie Sophie von Loh von der Stadtverwaltung.

Kurz nach der Kaiserzeit geboren

Geboren kurz nach der Kaiserzeit, aufgewachsen in der Weimarer Republik, als junge Erwachsene geprägt von den Wirren des Dritten Reichs und dem Zweiten Weltkrieg und schließlich die Wirtschaftswunderjahre: All diese bedeutsamen Epochen erlebt Frieda Pontow in Delmenhorst. In Düsternort verbringt sie ihre Kind- und Schulzeit bis sie 1939, ein halbes Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, schließlich ihren Karl, einen Bremer, heiratet. Kennengelernt hatte sie den gleichaltrigen jungen Mann zuvor beim Tanz, bis ins hohe Alter hinein verbringen sie viele glückliche Jahre miteinander. 1964 ziehen sie schließlich von Delmenhorst nach Bremen, kaufen sich eine kleine Gartenparzelle in Findorff, die Frieda Pontow leidenschaftlich pflegt und wo sich beide gern von den Strapazen des Berufs erholen. Dabei bewahrt Frieda Pontow immer eine enge Verbindung zur Delmestadt.

Immer viel unterwegs gewesen

An den Wochenenden wird gemeinsam ausgegangen, in den Ferien oft und viel verreist. „Wir sind immer sehr viel unterwegs gewesen“, erinnert sich die Jubilarin. Bis ihr Mann mit Mitte 80 verstirbt. Von da an reist die Seniorin alleine weiter. „Sie war sehr lang noch sehr selbstständig“, schildert Neffe Jürgen Fleischer. Erst im Alter von 98 Jahren entscheidet sich Frieda Pontow für einen Umzug ins Seniorenheim und kehrt damit nach Delmenhorst zurück.

Immer gemacht, was sie wollte

„Sie hat immer gemacht, was sie wollte“, schildert Schwiegerneffe Horst Grabowski, was die Jubilarin mit einem entschiedenen „Allerdings“ unterstreicht. „Und das Leben genossen habe ich auch. Ich habe immer gerne getanzt.“ Vielleicht ist das gerade das auch das Geheimnis ihrer körperlichen Fitness.