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120 Zuschauer in Divarena überzeugt Comedian Benni Stark gibt Delmenhorstern Shopping-Einblicke

Von Sonia Voigt | 26.04.2019, 20:58 Uhr

Eine Hohe Gag-Dichte und Einblicke in den Modeverkäufer-Alltag hat Comedian Benni Stark in der Delmenhorster Divarena geboten. Das Publikum war angetan.

„Wir müssen mehr lachen!“ So lautet der zentrale Appell, den Comedian Benni Stark dem Publikum gebetsmühlenartig predigte. Einen gesonderten Appell hätte es nicht gebraucht, denn der Kieler bot den 120 Gästen eine enorme Dichte an Gags, die fast allesamt zündeten. Satirisch beleuchtete er das Einkaufsverhalten der Massen und die geschlechtsspezifischen Unterschiede.

Zugegeben: Das Shoppingverhalten von Mann und Frau ist in der Comedy-Branche spätestens seit dem Siegeszug Mario Barths kein Neuland mehr. Benni Stark bietet seinen Zuschauern jedoch eine neue Perspektive. Schließlich hat der Stand-up-Comedian einst selbst als Kleidungsverkäufer gearbeitet und wurde dabei des Öfteren mit skurrilen Kundenfragen behelligt. Wo etwa „talentierte T-Shirts“ zu finden sind, kann Stark bis heute nicht beantworten.

Wie Kleidung sich befruchtet

Auch die verwirrenden Vorgaben der Geschäftsleitung nimmt Stark gekonnt auf die Schippe. Wenn einmal ein Pullover auf der falschen Seite liegt, sei sofort von „unruhigen Tischen“ die Rede. Die richtige Ordnung sei wichtig, denn nur dann könnten sich die Kleidungsstücke „befruchten“. „Liegt da am nächsten Tag dann ein Pullover mehr?“ witzelte Stark.

Eine wichtige Erkenntnis, die Stark zutage fördert: Die Frauen haben das Sagen. Sowohl beim Shopping als auch beim Dekorieren. Wenn es um die häusliche Inneneinrichtung geht, werde der Mann gerne mal zum Schleppen von 25 Kilo schweren Säcken mit Deko-Steinen beordert, beim Kleidungskauf ordne er sich dem strengen Urteil der Frau unter und müsse ihr sein Oberteil zunächst in allen erdenklichen Posen präsentieren. „Die Frau geht entschlossen voran und hält den Mann an der Leine“, fasst Stark die Machtverhältnisse zusammen.

Improvisationstalent bewiesen

Plötzliche Themensprünge und Abschweifungen erwecken zwar den Eindruck, als sei Starks Konzept nicht gänzlich durchdacht. Doch wem es gelingt, so gut zu improvisieren und Gag an Gag zu reihen, der braucht sich um Konzepte auch nur bedingt Gedanken zu machen.

Ohnehin hatte er die Gäste zu Beginn bereits mit einem halbstündigen „Warm-up“ auf seine Seite gezogen. Durch improvisierte und persönliche Fragen an einzelne Gäste bekam er schnell einen direkten Draht zum Publikum und gab diesem die Gelegenheit, die Show mitzugestalten. So war auch den Zuschauern der ein oder andere Gag vorbehalten. Was denn das Schönste an Delmenhorst sei, fragte Stark in den Saal. Eine Antwort aus dem Publikum: Bremen.