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Polizei-Big-Band drei Mal zu Gast Jazz-Klänge im Auftrag der Delmenhorster Polizei

Von Sonia Voigt | 18.02.2019, 22:03 Uhr

Soul beim Jazz-Frühschoppen, Big-Band-Sound am Verkehrssicherheitstag: Leiter Björn Vüllgraf erklärt, was die Polizei-Big-Band Niedersachsen in Delmenhorst spielt.

dk: Sitzen nur Polizeibeamte auf der Bühne, wenn die Polizei-Big-Band auftritt?

Björn Vüllgraf: Im ganzen Polizeiorchester sind noch etwa zehn der 40 Musiker Beamte, die zuerst eine Polizeiausbildung durchlaufen haben. In der 18-köpfigen Big-Band sind es drei. Seit vielen Jahren werden in der Regel ausgebildete Musiker angestellt, die meist ein Musikstudium durchlaufen haben. Mit dem neuen Chef (Anm. d. Red.: Thomas Boger ist seit 2009 Leiter des Polizeiorchesters) kamen auch ein großer inhaltlicher Wandel und ein anderes musikalisches Niveau.

Bedeutet die Mischung im Orchester nicht Konflikte?

Nein, es ist eher so, dass sich das Polizeiorchester durch seine total tolle Gemeinschaft auszeichnet. Das ist in anderen Orchestern zum Teil anders. Dabei ist das beim gemeinsamen Musikmachen besonders wichtig und erleichtert alles. Alle sind gleichberechtigt und es ist ja ein stetiger, langsamer Wandel. Wir hatten in den letzten Jahren vereinzelt mal eine Pensionierung und dann kommen junge Leute nach, was dem Orchester und der Big Band guttut und frischen Wind bringt.

Was unterscheidet ein Polizeiorchester von anderen Orchestern?

Einen Großteil unserer Arbeit macht die Präventionsarbeit in Zusammenarbeit mit der Polizei aus. Mit der musikalischen Geschichte „Namene“, in der es um Mobbing und soziale Medien geht, waren wir auch schon in dritten und vierten Klassen von Delmenhorster Grundschulen zu Gast. Dabei arbeiten wir mit Polizeibeamten zusammen und bieten Workshops zu Gewaltprävention, Mediennutzung und Instrumentenkunde an. Das ist so gefragt, dass es eine Warteliste gibt. Außerdem geben wir Konzerte, in der Regel in Zusammenarbeit mit örtlichen Polizeistationen, oft in Verbindung mit Präventionsarbeit und für den guten Zweck.

Was reizt Sie an der Arbeit bei der Polizei-Big-Band?

Es ist ein toller Beruf und das auch noch bei einer Behörde... Nein, es ist einfach ein Glück, das was andere als Hobby machen, zum Beruf machen und mit der Musik sein Geld verdienen zu können. Außerdem reizt mich der musikalische Abwechslungsreichtum, das Repertoire des Polizeiorchesters reicht von Bach bis Grönemeyer, wir spielen Klassik genauso wie Modernes. Und auch örtlich gesehen ist es abwechslungsreich - diesen Sommer sind wir sogar in Prag, obwohl das eine Ausnahme ist.

Was erwartet Ihre Zuhörer beim Jazz-Frühschoppen und beim Verkehrssicherheitstag?

Wir spielen in einer klassischen Big-Band-Besetzung mit 13 Bläsern und einer Rhythmusgruppe. Beim Frühschoppen steht Sängerin Shereen Adam mit ihrer jazzigen, souligen Stimme vor der Big Band im Fokus. Zu hören gibt es eine Mischung aus klassischem Big-Band-Swing, Latin Music und moderneren Pop- oder Soulstücken.