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Nachwuchs in Delmenhorst Handwerk würdigt Leistungen von neuen Meistern

Von Sascha Sebastian Rühl | 01.04.2019, 14:52 Uhr

Sechs Delmenhorster und 15 Handwerker aus dem Landkreis Oldenburg dürfen sich seit Samstag Meister in ihrem Fach nennen. Mit der zweiten zentralen Meisterfeier in der großen EWE-Arena in Oldenburg wurden ihre Leistungen gewürdigt.

Die Stimmung rund um den Meistertitel hat sich deutlich verbessert: Mehr Absolventen im Oldenburger Land, eine Prämie der Landesregierung und die bundesweite Diskussion zur Rückkehr der Meisterpflicht in den 2004 deregulierten Berufen haben laut Handwerkskammer maßgeblich dazu beigetragen. Kammerpräsident Manfred Kurmann freute sich am Samstag bei der Verleihung von 484 Meisterbriefen in Oldenburg, dass das regionale Handwerk 50 Meister mehr als 2017 hervorgebracht hat. Auch sechs Delmenhorster und 15 Handwerker aus dem Landkreis Oldenburg wurden ausgezeichnet.

infobox id="dialog_id_8c3882b2-2ba5-4eef-8c4d-0bd61b8e6380" title="Die neuen Meister 2018" headline="" content="Delmenhorst: 

  • Kevin Tandel (Elektrotechnik)
  • Tim Schmidt (Feinwerkmechaniker)
  • Sarah Rigattieri (Friseurin)
  • René Voigt (Informationstechniker)
  • Christian Fischer (Maurer- und Betonbauer)
  • Christian Lusga (Metallbauer)

Landkreis Oldenburg:

  • Sergiu Vasile Plesa (Zimmerer, Ganderkesee)
  • Oliver Meyer (Tischler, Hude)
  • Kevin Wehnert (Tischler, Hude)
  • Lars Ellerhorst (Metallbauer, Hude)
  • Maik Hammer (Maler und Lackierer, Harpstedt)
  • Kai Spille (Zimmerer, Dötlingen)
  • Marco Backhus (Elektrotechniker, Wildeshausen)
  • Gulhan Cengiz (Friseur, Wildeshausen)
  • Rascho Saadi Rascho (Friseur, Wildeshausen)
  • Dennis Jöckel (Installateur und Heizungsbauer, Wildeshausen)
  • Sebastian Harms (Kraftfahrzeugmechaniker, Wildeshausen)
  • Hauke Beneke (Metallbauer, Wildeshausen)
  • Waldemar Brandenburg (Metallbauer, Wildeshausen)
  • Sebastian Müller (Metallbauer, Wildeshausen)
  • Wladislaw Widergold (Metallbauer, Wildeshausen)

Kultusminister Tonne gratulierte: „Die Meisterausbildung in Deutschland sichert hochwertige Ausbildungsqualität wie auch Innovation im Handwerk. Sie dient der Fachkräftesicherung und stärkt den Wirtschaftsstandort Niedersachsen. Die Qualifizierung zur Meisterin oder zum Meister zeigt Engagement im und Liebe zum gewählten Beruf.“

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, gratulierte den Jungmeistern zu ihrem großen Erfolg und appellierte an sie, die Möglichkeiten der beruflichen Selbstständigkeit im Handwerk zu nutzen, Betriebe zu gründen oder zu übernehmen. Er zeigte dabei vor allem die Chancen auf, die sich im Zuge der Digitalisierung für das Handwerk ergeben. „Schon heute gehören zum Berufsalltag moderne Technologien wie 3D-Drucker, elektronische Tragehilfen, Apps oder Tablet-PCs. Bis 2030 werden sich die Berufsbilder mit dem fortschreitenden technologischen Wandel weiter verändern. Die Digitalisierung eröffnet dem Handwerk neue Möglichkeiten.“

Die Zukunft "meistern"

Dass es eine Zunahme an bestandenen Meisterprüfungen gab, führt die Handwerkskammer unter anderem auf die niedersächsische Meisterprämie zurück. „Wir haben den ersten Jahrgang erlebt, der in den Genuss der Prämie in Höhe von 4000 Euro gekommen ist“, erklärte Hauptgeschäftsführer Heiko Henke. „Die Landesregierung unterstützt den Ansatz der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Künftig geht es darum, eine bundeseinheitliche Lösung zu entwickeln.“

Forderung nach neuer Zugangsregelung

Präsident Kurmann setzt sich für eine "Rückvermeisterung" im Handwerk ein. „Die Politik hat erkannt, dass ihre 2004 vorgenommene Liberalisierung in über 50 Handwerksberufen zu Fehlentwicklungen geführt hat. Der Meistertitel steht für Qualität, Ausbildungsleistung, Verbraucherschutz und nachhaltiges Unternehmertum. Der Bundestag sollte die Zugangsregelung, wo immer das möglich ist, wieder einführen.“