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Patientenvortrag in Delmenhorst Welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Lungenkrebs gibt

Von Marco Julius | 10.04.2019, 18:11 Uhr

Was ist Lungenkrebs? Wie kann man diese Krebsart diagnostizieren? Wie kann man Lungenkrebs behandeln? Ist Lungenkrebs bald eine chronische Krankheit? Diese und andere Frage will Dr. Christof Göbel vom Josef-Hospital Delmenhorst am Donnerstag in den Mittelpunkt seines Vortrags rücken.

„Lungenkrebs ist bei Männern die zweithäufigste und bei Frauen die dritthäufigste Krebsart überhaupt. Die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland liegt bei etwa 50 000 und ist tendenziell steigend“, erläutert Göbel. 70 bis 90 Neuerkrankungen pro Jahr gebe es allein im Einzugsgebiet des JHD.

Rauchen als großer Risikofaktor

Rauchen zählt, trotz aller Schockfotos auf den Verpackungen, nach wie vor zu den häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. „85 Prozent aller Lungenkrebspatienten sind aktive Raucher. Weitere 7 Prozent sind ehemalige Raucher“, rechnet Göbel vor. Wer Lungenkrebs vermeiden will, der sollte also mit dem Rauchen gar nicht erst anfangen. Wer doch zur Zigarette greift, der sollte sich überlegen, mit dem Rauchen aufzuhören. „Egal in welchem Alter: Wer aufs Rauchen verzichtet, verringert auf lange Sicht das Krebsrisiko“, sagt Göbel. Den Mediziner freut der Trend, dass unter jungen Leute das Rauchen mehr und mehr aus der Mode kommt. Inwieweit E-Zigaretten und Wasserpfeifen ein Krebsrisiko seien, müsse weiter wissenschaftlich untersucht werden. Gleiches gelte im Übrigen auch für Belastungen durch Feinstaub und Dieselabgase.

Der Mediziner berichtet mit Verweis auf das Statistische Bundesamt, dass in Deutschland 45 000 Menschen im Jahr durch ein Bronchialkarzinom sterben. „Männer sind stärker betroffen“, sagt Göbel. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen betrage 69,4 Jahre.

Diagnose oft zu spät

Erste Symptome, die auf ein Bronchialkarzinom schließen lassen, sind laut Göbel Husten, Bluthusten, Brustschmerz, Lungenentzündung, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Nachtschweiß. „Die Lunge selbst hat keine Nerven“, sagt Göbel, deshalb tue erst einmal nichts weh, selbst wenn es einen Tumor in der Lunge gibt. Das sei auch ein Grund dafür, dass der Tumor oft zu spät erkannt wird. „Die Diagnose wird zu etwa 80 Prozent erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt.“

Neue Möglichkeiten

Göbel wird in seinem Vortrag die Möglichkeiten der Diagnostik, aber auch die entsprechenden Therapieformen vorstellen. „Eine Operation, bei der der Tumor entfernt werden kann, hat natürlich die beste Prognose“, erläutert der Fachmann. Doch nicht immer sei eine OP möglich. Chemo- und Strahlentherapie seinen dann weitere Mittel der Wahl. Aber auch neuartige Substanzen seien auf dem Vormarsch, die zwar nicht unbedingt heilen könnten, die aber zu einer deutlich verbesserten Lebenserwartung führen. „Auf dem Gebiet der Forschung tut sich sehr viel“, sagt Göbel. Langfristig werde es weniger Chemotherapien geben. Mit neuen Substanzen, die die Signalwege des Tumors blockieren und Abwehrzellen gegen den Tumor mobilisieren können, könnte aus dem meist tödlichen Verlauf des Lungenkrebses so eine chronische Erkrankung werden, mit der sich leben ließe.

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Zur Sache

Die kostenlose Vortragsreihe „Gesund in Delmenhorst“ richtet sich an interessierte Bürger aus Delmenhorst und Umgebung. Die Vorträge finden jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 18 bis 19 Uhr im Besucher-Café (el Diá) am Josef-Hospital Delmenhorst statt. Dr. Göbel spricht am Donnerstag, 11. April, über Lungenkrebs. Als kleine Stärkung können sich die Besucher über kostenlose Brezeln und Getränke freuen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist nicht erforderlich.