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Betrugsmasche Falscher Polizist erbeutet fünfstelligen Betrag in Delmenhorst

Von Stefanie Jürgensen | 12.03.2020, 18:07 Uhr

Ein unbekannter Betrüger hat sich als falscher Polizeibeamter ausgegeben und so Bargeld in fünfstelliger Höhe erbeutet, wie die Polizei berichtet. Der betrogene 61-jährige Delmenhorster hat den Betrug am Montag bei der Polizei angezeigt.

Der Betrüger hatte sich bei Telefonaten, die sich über mehrere Monate erstreckt haben, als Mitarbeiter des Landeskriminalamts (LKA) Stuttgart ausgegeben. Durch glaubhafte Schilderungen erlangte er das Vertrauen des 61-Jährigen, so die Polizei. Insgesamt gab es drei Übergaben von Schmuck und Bargeld, bis der Betrüger sich nicht mehr meldete und nicht mehr zu erreichen war. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet, die Ermittlungen dauern noch an.

Das rät die Polizei

  • Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen.
  • Am Telefon sollten nie Angaben zum Vermögen gemacht werden
  • Sensible Themen bespricht die Polizei niemals nur am Telefon. Es wird immer ein persönliches Gespräch vorgezogen.
  • Bei Zweifeln zum Namen und der Dienststelle des Polizeibeamten kann sich direkt bei der örtlichen Dienststelle erkundigt werden.
  • Beim geringsten Zweifel sollte das Gespräch beendet und die Polizei kontaktiert werden.
  • Geld sollte niemals an Unbekannte übergeben oder an vermeintlich sicheren Orten abgelegt werden.

So funktioniert die Betrugsmasche

Die Polizei beschreibt die Masche folgendermaßen: Die Betrüger rufen auf Ihrem Festnetzanschluss an und geben sich unter Nennung ihres Namens als Polizeibeamte aus. Sie unterstreichen Ihre Glaubwürdigkeit mit dem Wissen über Ihre Person. So kennen die Betrüger Ihren Nachnamen, ihre Adresse, Ihr Alter, Ihren Familienstand und in einigen Fällen auch ihre Vermögenswerte. Zudem hören Sie im Hintergrund des Anrufers polizeitypische Geräusche, wie beispielsweise den Polizeifunk, sodass Sie davon überzeugt werden, dass Sie mit einem "echten" Polizeibeamten telefonieren.

Anschließend werden Sie nach Ihrer Handynummer gefragt, um eine vermeintlich sicherere Kommunikation über das Handy herzustellen und damit das Telefonat von der Polizei aus Sicherheitsgründen aufgezeichnet werden kann. Die Betrüger schildern anschließend, dass sie an einem großen Schleusungsverfahren arbeiten und bei einem der Täter einen Notizblock aufgefunden haben, auf dem Ihr Name, Ihr Alter, Ihre Adresse und Vermögenswerte notiert sind. Auf diese Weise suggerieren die Betrüger Ihnen, dass sie in Gefahr seien und ein Angriff auf Sie nur durch Ihr Mitwirken verhindert werden könne. Somit werden Sie gefragt, ob Sie bei der Ergreifung der Täter Hilfe leisten möchten. Da sich die meisten Betroffenen in Angst wiegen, willigen sie ein.

Daraufhin werden Sie von den Betrügern aufgefordert, bei Ihrer Bank einen hohen Kredit aufzunehmen und das Bargeld, zum Beispiel versteckt in einer Socke, auf einer öffentlichen Parkbank zu hinterlegen. Kurze Zeit später rufen die Betrüger erneut an und teilen Ihnen mit, dass es sich bei dem hinterlegten Geld um Falschgeld handelt und keine Fingerabdrücke möglicher Täter finden. Sofern Sie über noch mehr Geld oder Schmuck verfügen, werden Sie erneut gebeten, das Bargeld oder den Schmuck an einem von den Betrügern bestimmten Ort zu deponieren. Nach einiger Zeit nehmen die Anrufe der Betrüger wieder ab, bis diese gar nicht mehr zu erreichen sind.