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Anwohner sorgt Bauvorhaben Delmenhorst: Delmestau-Sanierung kostet 400.000 Euro

Von Frederik Grabbe | 04.04.2016, 20:33 Uhr

Der Delmestau in Hasbergen soll saniert werden. Der Startschuss für die Arbeiten fällt zu Beginn der Sommerferien. Doch das Vorhaben sorgt Anwohner.

Zusammen mit der Museumsmühle prägt er das Hasberger Ortsbild ganz entscheidend: der Delmestau. Doch das 1950 gebaute Stauwerk ist die Jahre gekommen und soll aufwendig saniert werden. Kostenpunkt: 400.000 Euro.

Sanierung von Stauwerk, Mauerwerk und Gewässersohle

„Insbesondere im Bereich der Wasserwechselzone sind die Stahlträger korrodiert und müssen ausgetauscht werden“, erklärt der Geschäftsführer des Ochtumverbandes, Matthias Stöver. „Dafür muss die gesamte Anlage abgebaut werden und anschließend wieder neu montiert werden.“ Darüber hinaus sollen das Mauerwerk und die Gewässersohle saniert und die Steuerungstechnik der Anlage erneuert werden. „Ohne die Sanierung der Anlage kann die Stauhaltung nicht aufrechterhalten werden. Folglich ist zum Beispiel ein Betrieb der Turbine für das Mühlen-Mahlwerk nicht möglich.“ Mit dem Hochwasserschutz habe das Stauwerk laut Stöver aber nichts zu tun. Während der Arbeiten soll das Flusswasser über das Gewässer Influt, das einige hundert Meter vor der Museumsmühle von der Delme abzweigt und sich später wieder mit ihr vereint, um die Anlage herumgeführt werden. Der Baustellenbereich selbst muss trockengelegt sein.

Gesamtkosten von 400.000 Euro

Die Kosten werden sich laut Stöver auf rund 400.000 Euro belaufen wovon allein 170.000 Euro in die Wasserhaltung gehen. Finanziert werden die Arbeiten durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn, das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg und den Ochtumverband. „Diese Finanzierung ist möglich, weil die gesamte Anlage, also das Mühlengebäude mit dem Turbinenhaus und die Stauanlage, aus denkmalpflegerischer Sicht als Gesamtensemble erhalten bleiben soll“, so Stöver. Der Geschäftsführer des Ochtumverbands hofft ebenfalls auf Mittel von der Stadt für die Wasserhaltung.

Gutachter wird Arbeiten begleiten

Einen Anwohner hingegen sorgt das Unterfangen am Delmestau. Er fürchtet Gebäudeschäden an den anliegenden Häusern. „Weil während der Bauarbeiten ein Teilbereich der Delme abgesperrt ist, befürchte ich, dass sich das Grundwasser senkt und dies auch Auswirkungen auf die Bodenverhältnisse hat“, sagt Herbert Sudau, Bewohner eines 1889 gebauten Hofes nahe des Stauwerks. Schäden sind aus Stövers Sicht aufgrund der bislang getätigten Bodensondierungen in Verbindung mit den zu voraussichtlichen Wasser- und Grundwasserständen nicht zu erwarten. Dennoch komme baubegleitend wegen der Beweissicherung ein Gutachter zum Einsatz – ein Umstand, den Sudau als „erfreulich“ bezeichnet. Dennoch spricht er sich dafür aus, die Spundwand während der Arbeiten näher an das Stauwerk zu ziehen, um den Bodendruck der Delme gleichmäßig zu halten.

Baustart am 23. Juni

Die Arbeiten sollen am 23. Juni starten und über die Sommerferien währen. Die Brücke vor der Stauanlage müsse für einen Teil der Sanierungszeit gesperrt werden, so Stöver. Um die Schulbusroute nicht zu behindern, böten sich die Ferien als Bauzeit an. „Außerdem ist das Hochwasserrisiko in den Sommermonaten statistisch gesehen geringer als in der übrigen Jahreszeit.“ Denn sollte ein extremer Hochwasserfall vorliegen, müsse die trocken gelegte Baustelle geflutet werden.