Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

100 Einsatzkräfte vor Ort Razzia erhöht Druck auf Milieu im Delmenhorster Wollepark

Von Thomas Breuer | 27.03.2017, 22:31 Uhr

Mit einem Großaufgebot von rund 100 Einsatzkräften haben Polizei, städtische Ordnungsbehörde und Zoll Bremen am späten Montagnachmittag die Straße „Am Wollepark“ für eine Razzia abgeriegelt.

Der seit Wochen vorbereitete Einsatz, der von der Bereitschaftspolizei Oldenburg und Hundeführern unterstützt wurde, führte die Beamten schnell auf die richtigen Fährten. Bereits nach wenigen Minuten war ein erster Haftbefehl vollstreckt, und auch Drogen fanden sich an. Über die einzelnen Ergebnisse der konzertierten Aktion will die Polizei am Dienstagvormittag informieren.

Zahlreiche Kontrollen auf offener Straße

Kurz vor 17 Uhr fuhren Einsatzkräfte in zahlreichen Kleinbussen und Mannschaftswagen mit Blaulicht den Wollepark von verschiedenen Seiten an. Uniformierte schwärmten umgehend aus, forderten die bei frühlingshaftem Wetter verhältnismäßig vielen Menschen auf der Straße auf, ihre Ausweise zu zeigen, und viele Fahrzeuge wurden überprüft. Einzelne Beamte verglichen Personen auch mit Phantomzeichnungen, die sie im Stapel mit sich führten. Das alles passierte professionell und unaufgeregt, wobei die Präsenz der Diensthunde ein Übriges leistete.

Schon bis Anfang des Jahres 13 Haftbefehle vollstreckt

Der polizeiliche Einsatzleiter Carsten Hoffmeyer und Oberbürgermeister Axel Jahnz verwiesen vor Ort auf den zum Juli vergangenen Jahres angelaufenen Stufenplan zur Säuberung des Quartiers von kriminellen Einflüssen. Seitdem sind dort laut Polizeisprecherin Désirée Krikkis rund 1000 Menschen kontrolliert worden, habe die Polizei beständig Präsenz gezeigt. Bereits Anfang des Jahres hatte Polizeichef Jörn Stilke von 13 vollstreckten Haftbefehlen gesprochen.

Grundlage für Razzia ist das Gefahrenabwehrrecht

„Unsere Grundlage ist das Gefahrenabwehrrecht“, sagte Krikkis. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, gezielt zu kontrollieren.“ In Wohnungen durfte die Polizei ohne Durchsuchungsbeschlüsse aber auch am Montag nicht eindringen.

Unhaltbare Zustände in einzelnen Wohnblocks

Laut Jahnz zielen die Maßnahmen auch darauf ab, die unhaltbaren Zustände in den Häusern 11 und 12 an der Straße zu beenden. Weil die dortigen Eigentümergesellschaften den Stadtwerken rund 200.000 Euro schulden, hieß es Mitte des Monats, den Gebäuden würden binnen 14 Tagen Gas und Wasser abgedreht. Eine Reaktion der Eigentümer hat es laut Jahnz seitdem nicht gegeben. Unmittelbar vor dem Beginn steht der Abriss der Wohnblocks 1-5. Er soll im April beginnen und auch zur Verbesserung der Wohnqualität beitragen.