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1000 Patienten operiert Wirbelsäulenchirurgie in Delmenhorst fest etabliert

Von Thomas Breuer | 08.07.2017, 14:06 Uhr

Dr. Dirk Meyer ist Chefarzt am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD), wo er die früher am Josef-Stift angesiedelte Abteilung für Wirbelsäulen- und spinale Neurochirurgie leitet. Gerade ist dort zum 1000. Mal eine Operation an der Wirbelsäule vorgenommen worden.

Das klingt nach viel, dennoch sagt der seit sechs Jahren in Delmenhorst tätige Arzt: „Bei dem größten Teil der Rückenschmerz-Patienten ist keine OP erforderlich. Die meisten von ihnen leiden unter einem unspezifischen Rückenschmerz, der von weichen Bewegungselementen wie der Muskulatur, den Sehnen, Bändern und Faszien ausgeht.“

Zuvor seit einem halben Jahr unter Schmerzen

Die damit verbundenen Symptome stellten häufig eine große Belastung dar, lassen sich nach Meyers Worten aber oft mit ärztlicher und therapeutischer Hilfe konservativ behandeln.

„Kommt es allerdings zu Funktionseinschränkungen, Lähmungen oder chronischen Beschwerden, ist eine operative Behandlung oftmals unumgänglich“, so der Chefarzt.

Ein solcher Fall ist Ria Reschke. „Dr. Meyer hat mir geholfen, dass ich wieder gehen kann“, sagt die 54-jährige. Konnte sie vorher auch, aber seit einem halben Jahr nur noch unter Schmerzen und oft in schiefer Haltung. An ihre berufliche Tätigkeit als Lageristin war nicht mehr zu denken.

„Gehen Sie zu Dr. Meyer“, sagte der Hausarzt

Herkömmliche Therapien und krankengymnastische Anwendungen brachten der in Berne lebenden Frau keine Linderung. Der entscheidende Ratschlag kam von ihrem Hausarzt: „Gehen Sie zu Dr. Meyer.“

Das tat Ria Reschke. Der Chefarzt am JHD stellte seine Diagnose, die der Patientin einen Bandscheibenvorfall und eine Zyste attestierte. Vor zwei Wochen fiel die Entscheidung zu operieren. Nach einem ersten mikrochirurgischen Eingriff war ein zweiter kleinerer nötig. „Jetzt ist alles okay“, sagt die Frau und ist dankbar. Am Freitag konnte sie nach Hause entlassen, in einer Woche soll die Reha beginnen.

Keine Operation wie die andere

1000 Operationen und keine wie die andere. Das zu betonen ist Dr. Meyer wichtig, weil er ein Wort ganz und gar nicht mag: Routine. „Man muss sich Zeit nehmen und ist immer gut beraten, Alternativen aufzuzeigen“, sagt der 46-Jährige. „Ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis ist die Basis für alles.“

Wer zu ihm kommt, darf nicht beim ersten Besuch mit einem Operationstermin rechnen. „Ich schicke die Leute in der Regel mit Informationsmaterial nach Hause, damit sie noch einmal darüber schlafen können“, umreißt er sein anfängliches Vorgehen. Und noch ein anderer direkter Kontakt ist ihm wichtig: „Der Hausarzt kennt den Patienten viel besser als ich.“

Überhaupt schätzt Dr. Meyer, der seit 21 Jahren in der Neurochirurgie tätig ist – davon 15 Jahre am Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg –, den fachlichen Austausch mit seinen Kollegen aus anderen Abteilungen.

„Wir reparieren keine Nerven“

Und er räumt gern mit einer weitverbreiteten Fehleinschätzung auf, indem er sagt: „Wir reparieren keine Nerven. Wir können Nerven nur freilegen und alles, was dann kommt, ist die Selbstheilungskraft des Körpers.“

Warum es die einen Menschen trifft und die anderen nicht, liegt aus Sicht des Chefarztes auch in den individuellen Anlagen. Nie falsch seien „Wechselleiden für die Wirbelsäule“ mal sitzen, mal stehen, mal laufen.