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100.000 Euro Kosten Delmenhorster Stadtwerke sanieren Filtertanks im Wasserwerk

Von Frederik Grabbe | 25.01.2018, 17:50 Uhr

Die Delmenhorster Stadtwerke sanieren im Wasserwerk Annenheide noch bis März drei Filtertanks, die Eisen aus dem Grundwasser sieben. Die Kosten der Arbeiten belaufen sich auf 100.000 Euro. Leichte, bräunliche Ablagerungen im Trinkwasser sind bis zum Ende der Arbeiten nicht vollends auszuschließen.

Bevor sich ein Schluck Trinkwasser in Delmenhorst in einem Glas wiederfindet, ist es ein langer Weg. Eine wichtige Etappe dabei führt durch tonnenweise Sand: Vier Meter Höhe und vier Meter im Durchmesser sind die Maße eines Filtertanks im Annenheider Wasserwerk, in dem Eisen aus dem Grundwasser filtriert wird, ehe es ins Trinkwassernetz gelangt. Drei Filtertanks gibt es im Wasserwerk. Diese werden nun von Januar bis März saniert. Und dort, wo Trinkwasser im Haushalt abfließt, könnten sich in den kommenden Monaten möglicherweise leichte bräunliche Ablagerungen durch Eisen bilden. „Wir werden bis März nur mit zwei von drei Filtertanks arbeiten, während einer erneuert wird“, sagt Stadtwerkeprokurist Dieter Meyer, und fügt gleich hinzu: „Die Ablagerungen sind vollkommen ungefährlich.“

Quarzsand siebt Eisen aus

Das Grundwasser strömt aus dem Annenheider Boden mit etwa zwölf Gramm Eisen pro 1000 Liter Wasser in die Filtertanks, schildert Meyer. Dort wird der Eisenanteil auf 0,01 Gramm reduziert, ehe es ins Trinkwassernetz geht. Wie Torsten Prüß, Gruppenleiter Wasserversorgung, beschreibt, wird in den Filteranlagen dem Grundwasser Sauerstoff beigesetzt, damit sich das Eisen in den 70 Tonnen Quarzsand eines Tanks absetzt. So wird das Grundwasser grob umrissen von Eisen bereinigt. Die Sanierung sieht nun unter anderem vor, dass Filter-Düsen in den Tanks neu befestigt und Lackschäden an den Innenseiten behoben werden. Zudem wird der Quarzsand neu befüllt, beschreibt Meyer. Dabei handelt es sich um eine relative Seltenheit: Alle sieben bis acht Jahre, so der Prokurist, steht eine solche Sanierung an. 100.000 Euro zahlen die Stadtwerke dafür.

100 Tonne Eisenschlamm aus Grundwasser gesiebt

Das so beschriebene System ist vergleichsweise neu: Seit 2010 bestehen seit der Erweiterung des Wasserwerks die Filtrieranlagen in dieser Form. Seitdem ist viel Wasser durch den Sand gesickert: 25,6 Millionen Kubikmeter insgesamt, sagt Meyer. Das sind 8,5 Millionen Kubikmeter pro Tank, „davon könnte eine vierköpfige Familie 42.500 Jahre leben“, hat Meyer ausgerechnet. Das Filtrat übrigens besteht aus eisenhaltigen Schlamm, der bei der Entschwefelung in Biogasanlagen eingesetzt wird. Auf diese Weise sind 100 Tonnen in acht Jahren aus dem Annenheider Grundwasser ausgesiebt worden.