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13 Festnahmen im Wollepark Großangelegte Polizeiaktion zeigt Wirkung in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 05.01.2017, 19:01 Uhr

Polizei und Stadt Delmenhorst setzen ihre Ankündigung aus dem August 2016, gegen die problematischen Zustände im Quartier Wollepark vorzugehen, mit großer Konsequenz um.

Laut polizeilicher Statistik hat es dort in den zurückliegenden fünf Monaten 1100 Personenkontrollen und 325 Überprüfungen von Fahrzeugen gegeben. Dabei wurden laut Michael Lüken, Beauftragter für das operative Vorgehen der Polizei im Wollepark, allein 13 Haftbefehle vollstreckt. Nach Angaben von Polizeichef Jörn Stilke nahmen die Beamten Straftäter ebenso fest wie Personen, die aufgrund nicht bezahlter Bußgelder gesucht wurden. 140 der überprüften Personen seien, wie sich herausstellte, bereits polizeilich bekannt gewesen – „mit schwereren Delikten als Ladendiebstahl“, wie Stilke sagt.

Einschätzungen haben sich bestätigt

Damit dürfen sich Polizei und Verwaltungsspitze in ihrer Einschätzung, dass der Wollepark ein Stück weit zum Rückzugsort für Kriminelle geworden ist , bestätigt sehen. Die durch die deutlich verstärkte Polizeipräsenz ausgelöste Unruhe hat laut Stilke bereits dazu geführt, dass Teile der nicht erwünschten Klientel den Wollpark verlassen haben und mutmaßlich auch die Stadt. „Eine Verlagerung innerhalb Delmenhorsts sehen wir nicht“, so Stilke.

Weitere Einsätze mit bis zu 30 Kräften geplant

Im Zuge eines Stufenplans soll der einmal aufgebaute polizeiliche Druck auf lange Sicht nicht nachlassen. Im Gegenteil: Seit Kurzem ist für größere Maßnahmen auch eine Verstärkung durch Bereitschaftspolizisten aus Oldenburg gegeben. Im Einzelfall werden demnach bis zu 30 Kräfte parallel vor Ort sein.

Schon in den vergangenen Wochen und Monaten haben Beamte mehrfach Verstärkung in den Wollepark gerufen, als überprüfte Personen es dort auf ein Kräftemessen mit der Staatsgewalt anlegen wollten. Ein Zurückweichen der Polizei ist laut Stilke nicht vorgesehen. „Das wird es nicht geben, dass es in Delmenhorst Wohngegenden oder Gaststätten gibt, in die wir nicht hineingehen“, sagt er.

Vielzahl weiterer Delikte sanktioniert

Im Zuge der bisherigen Kontrollen sind auch andere Delikte sanktioniert worden: unter anderem zwölf Mal das Fahren ohne Fahrerlebnis, 14 Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und drei gegen das Waffengesetz. Darüber hinaus gerieten 20 Personen ins Visier, die zur Feststellung ihres Aufenthaltsortes ausgeschrieben waren, etwa um sich vor Gericht zu Vorwürfen zu äußern.

„Die Atmosphäre hat sich verändert“

„Die Atmosphäre hat sich verändert“, sind sich Stilke und Lüken sicher. Viele Bewohner des Quartiers begrüßen nach ihrer Einschätzung ausdrücklich das Vorgehen – in der Hoffnung auf eine wieder steigende Wohnqualität.

Abschreckend hat nach Stilkes Einschätzung auf manch Verdächtigen im Quartier auch das Geschehen in den zum Abriss freigegebenen Wollepark-Blocks ausgewirkt. Die Gebäude wurden zum Teil schon von Spezialkräften der Landespolizei Niedersachsen für Übungszwecke genutzt. „Wenn es da rummst, hat das auch eine Wirkung“, sagt der Polizeichef.