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17. Verurteilung für Delmenhorster Füller für 1100 Euro verkauft und nicht verschickt

Von Ole Rosenbohm | 17.12.2018, 17:35 Uhr

Weil er einem Kunden einen vollkommen überteuerten Füller per Ebay verkaufte – und den dann nie abschickte – , ist nun ein Delmenhorster verurteilt worden.

Füller können durchaus unterschiedlich viel kosten: einer für die Schule vielleicht um zehn oder 15 Euro, ein edler auch dreistellig. Ein 60 Jahre alter Delmenhorster hat auf dem Internetauktionshaus Ebay in diesem Jahr einen Käufer gefunden, der ihm für seinen Füller satte 1100 Euro überwies. Für den schnell zahlenden Käufer galt der Kauf wohl auch noch als Schnäppchen. Aber die Freude war vorbei, als er bemerkte, einem Betrüger zum Opfer gefallen zu sein – der Füller kam nie an. Der Betrüger wurde verurteilt, vom Landgericht Oldenburg am Freitag in dieser Sache jetzt sogar zum zweiten Mal.

Zurückstellung erheblicher Bedenken

Nachdem der Betrogene den 60-Jährigen angezeigt hatte, hatte ihn das Amtsgericht Delmenhorst zunächst im vergangenen September zu einem halben Jahr Gefängnis verurteilt. Das Gericht setzte die Strafe aber noch zur Bewährung aus, und zwar „unter Zurückstellung erheblicher Bedenken“, wie es damals im Urteil hieß. Der Richter hätte ihm wohl auch deshalb gerne den Gang in den Arrest verordnet, weil es bereits die 17. rechtskräftige Verurteilung war, die der Angeklagte im Laufe seines Lebens gesammelt hatte – übrigens alle wegen Betrugs.

Erste Verurteilung aus dem Jahr 1979

Die erste im vom Bundesamt der Justiz geführten Bundeszentralregister aufgezeichnete Verurteilung stammt schon aus dem Jahr 1979. Meistens sammelte der Mann Bewährungs- oder Geldstrafen. In den 1980ern saß er einmal auch im Gefängnis, zum letzten Mal verurteilt worden war er 2011. Letztlich ließ sich das Gericht aber auch deshalb von einer Bewährung überzeugen, weil der Angeklagte trotz der vielen Urteile bisher alle seine Bewährungszeiten straffrei hinter sich gebracht hat – gut für eine positive Sozialprognose.

Angeklagter erschien nicht vor Gericht

Dem Angeklagten war das Strafmaß aber dennoch zunächst zu hoch. Er legte Rechtsmittel ein, strebte ein zweites Verfahren in nächsthöherer Instanz vor dem Landgericht Oldenburg an. Das Verfahren bekam er, zum Termin aber erschien er nicht. Die Berufung wurde daher verworfen, das Urteil aus erster Instanz bleibt also bestehen. Die Kosten wurden wie üblich dem nicht erschienenen Angeklagten auferlegt.