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171 Bundeswehrrekruten Gelöbnis in Delmenhorst: Entbehrungen für die Freiheit

Von Frederik Grabbe | 02.11.2016, 17:56 Uhr

171 Bundeswehrrekruten haben am Mittwoch ihr feierliches Gelöbnis für den Dienst an der Waffe abgelegt. Nicht nur Rekruten des hiesigen Logistikbataillons leisteten ihren Eid, sondern auch jene der Marineoperationsschule in Bremerhaven. Oberbürgermeister Axel Jahnz bekundete seinen Respekt mit einer ungewöhnlichen Geste.

Sie gelobten den treuen Dienst am Land und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen: Am Mittwoch haben 172 Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 161 in Delmenhorst und der Marineoperationsschule aus Bremerhaven ihr feierliches Gelöbnis abgelegt. Einige hundert Angehörige, Freunde und Vertreter des zivilen und militärischen Lebens begleiteten den feierlichen Akt auf dem Bundeswehrgelände in Adelheide. Zu den jungen Menschen zählten 102 freiwillig Wehrdienstleistende und 70 Soldaten auf Zeit.

Engagement für Frieden und Freiheit kann auch den Einsatz militärischer Mittel bedeuten

Der Kommandeur des Delmenhorster Bundeswehrstützpunkts, Oberstleutnant Fey, sprach die großen Veränderungen an, die die Soldaten erwarteten und die sich auf alle Lebensbereiche auswirken würden – und betonte besonders ihre künftigen Pflichten. „Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit“, sprach Fey aktuelle gewaltsam ausgefochtene Konflikte in der Welt sowie die aus ihnen resultierenden Flüchtlingsbewegungen an. „Unschuldige zu schützen, die Freiheit zu verteidigen – dies kann auch den Einsatz militärischer Mittel bedeuten“, so Fey. Soldaten in Einsätzen müssten somit auch ein hohes Risiko für sich selbst in Kauf nehmen.

Aktives Handeln und Zivilcourage

Fey ging weiter auf einige Passagen der Gelöbnisformel ein. So verlange „treuer Dienst“, wie er darin eingefordert wird, zwar Entbehrungen, bedeute aber nicht, passiv alles zu dulden, sondern fordere auch aktives Handeln und Zivilcourage. Die anwesenden Gäste bat er, die Rekruten in ihrer Entscheidung fürs entbehrungsreiche Soldatendasein zu stärken. (Weiterlesen: 60 Jahre Bundeswehr in Delmenhorst)

„Ihre Aufgabe ist von der Gesellschaft gewollt und akzeptiert. Darauf können sie stolz sein.“

Oberbürgermeister Axel Jahnz würdigte in seiner Ansprache den weltweiten Beitrag der Bundeswehr für den Erhalt von Freiheit, Menschenrechte und Demokratie – „die höchsten Güter unserer Gesellschaft“. „Sie werden als Soldaten die Humanität fördern und somit den Zusammenhalt der Gesellschaft.“ Für ihren Einsatz für demokratische Grundwerte sprach Jahnz den Rekruten seinen Respekt und Dank aus. „Ihre Aufgabe ist von der Gesellschaft gewollt und akzeptiert. Darauf können sie stolz sein.“ (Weiterlesen: Neues Leben als Nachbarn der Bundeswehr in Delmenhorst)

Große Verbundenheit von Stadt und Bundeswehr

Ohnehin sei die Verbundenheit zur Bundeswehr in Delmenhorst groß: Jahnz bezeichnete es als Ehre für die Stadt, Bundeswehrstandort zu sein. Der Bitte des Bataillons auf eine Partnerschaft für gegenseitige Wertschätzung habe der Rat der Stadt jüngst bewilligt, „diese wird bald gezeichnet werden“, kündigte Jahnz an. Seinen Respekt für die Rekruten bekundete der Oberbürgermeister zum Abschluss durch eine ungewöhnliche Geste – indem er leicht das Protokoll brach. So trat er nach seine Rede auf der sogenannten Millionenwiese auf dem Bundeswehrgelände einige Schritte vor und verneigte sich.

Die Rekruten absolvieren seit Oktober ihre Grundausbildung beim Logistikbataillon oder der Marineoperationsschule. Im Dezember ist diese abgeschlossen, die Soldaten werden dann in Dienststellen der Streitkräftebasis oder an Bord der Marine eingesetzt.