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20. Comedy-Club in der Divarena Komik in Delmenhorst: „Oben Nazi, unten Salafist“

Von Jasmin Johannsen | 03.03.2017, 14:19 Uhr

Integrationsschwierigkeiten, lange Bärte und Frauenpower bestimmten das Programm des 20. Comedy Clubs in der Divarena. Das gut gelaunte Publikum zeigte sich angetan von dem vielseitigen Abend.

Schon zum 20. Mal fand am Donnerstag der Comedy-Club in der Divarena statt. Zu Gast waren Johnny Armstrong, Tahnee Schaffarczyk und Serhat Dogan, die den rund 120 Besuchern mit einer Variation von derben Sprüchen bis hin zum feinen Wortwitz einen amüsanten Abend boten.

Türke lernt mit Herbert Grönemeyer Deutsch

Den Anfang machte der Türke Serhat Dogan, der seit 13 Jahren in Deutschland lebt und seither über die Bevölkerung hierzulande rätselt. So konnte er dem „Grüß Gott“ am Münchener Flughafen nur ein entsetztes „Mein erstes Gespräch in Deutschland und gleich über Gott“ entgegensetzen. Dogan erntete mit seiner ruhigen Art und gut durchdachten Wortwitzen viel Applaus vom Publikum. Wohl nicht zuletzt, weil er den Zuschauern dabei auch immer wieder den Spiegel vorhielt. So habe Dogan versucht, mit deutscher Musik seine Aussprache zu verbessern, das sei aber gar nicht so einfach bei Sängern wie Herbert Grönemeyer oder Udo Lindenberg. „Mit Grönemeyers Liedern Deutsch zu üben ist so, wie mit Lothar Matthäus Englisch zu lernen“, erklärte der Komiker lachend.

Mit dem Bart den Bauch verdecken

Anders als Dogan zielte der Engländer Johnny Armstrong mit seinen derben Sprüchen oft unter die Gürtellinie und kam damit beim Publikum nur mäßig an. Immer wieder spielte Armstrong auf sein auffälliges Aussehen an. „Oben Nazi und unten Salafist“, erklärte der Komiker im Hinblick auf seine Glatze und den langen roten Vollbart. Der hätte allerdings einen Grund, so Armstrong: „Anfangs habe ich mir den Bart wachsen lassen, um mein Doppelkinn zu verdecken, jetzt mach ich so lange weiter, bis man meinen Bauch nicht mehr sehen kann“, witzelte er selbstironisch.

Rundumschlag gegen Stars und Sternchen

Mit einer gewaltigen Portion Frauenpower übernahm Tahnee Schaffarczyk nach den zwei Comedians die Bühne. „Obwohl ich selbst auf Frauen stehe, finde ich viele Frauen komplett scheiße“, machte sie schon zu Beginn ihres Auftritts deutlich. Dieser Ansage folgte ein Rundumschlag, der sich gegen die Stars und Sternchen der Fernsehlandschaft richtete. Dabei zeigte sich Schaffarczyk als begabte Imitatorin von illustren Gestalten wie Heidi Klum, Sylvie Meis oder Helene Fischer und brachte das Publikum mit ihren frechen Sprüchen zum Prusten.

So bot auch die 20. Ausgabe trotz einiger Abzüge komische Momente für jeden Geschmack. Der nächste Comedy-Club findet am 6. April statt, dann stehen Marcel Kösling, Freddy Farzadi und Hans-Hermann Thielke auf der Bühne.