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200 Meter vom Terror entfernt Stephan Neitzel aus Ganderkesee hat Berliner Anschlag miterlebt

Von Michael Korn | 20.12.2016, 17:19 Uhr

Der 49-jährige Unternehmer und CDU-Politiker Stephan Neitzel aus Ganderkesee kam am Montagabend gerade von Weihnachtseinkäufen aus dem KaDeWe, als der Laster in den Weihnachtsmarkt raste.

Der Ganderkeseer Unternehmer und CDU-Ratsherr Stephan Neitzel hat den Terror von Berlin vor Ort miterlebt . Neitzel, Geschäftsführer der SYSWE Systemtechnik Weser-Ems GmbH, einem Mess- und Prüfdienstleister für Energie- und Gebäudetechnik, ist noch bis Donnerstag beruflich in der Hauptstadt. Am Montag war er angereist und hat den Anschlag aus nur rund 200 Metern Entfernung wahrgenommen.

Vom KaDeWe am Breitscheidplatz vorbei

 Der 49-Jährige zeigte sich im dk-Gespräch tief betroffen vom Leid der Opfer und deren Angehörigen: „Als der Sattelzug in den Weihnachtsmarkt fuhr, hörte sich das an wie Abrissgeräusche und dann gab es lauter Schreie.“ Er sei zwar kein Augenzeuge des direkten Tatablaufs gewesen, habe dann aber gesehen wie der Lkw auf einer der Buden stand. Er selbst sei unmittelbar davor von Weihnachtseinkäufen aus dem KaDeWe an der Tauentzienstraße gekommen und wollte zurück zu seinem Hotel an der Hardenbergstraße – diese mündet in die Budapester Straße, an der der Anschlag geschah. Er habe gleich gespürt, „das da etwas nicht stimmt“ und beim Anblick der schrecklichen Bilder „sofort an einen Terroranschlag gedacht“. Er sei selbst 18 Jahre für den Rettungsdienst tätig gewesen, und könne daher mit solchen Geschehnissen einigermaßen umgehen.

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Viele Gaffer mit Handys

Neitzel berichtet weiter, dass die Rettungs- und Sicherheitskräfte sehr schnell vor Ort gewesen seien und den Breitscheidplatz zügig abgeriegelt hätten. Gleichwohl habe er auch bemerkt, dass viele junge Polizisten offenkundig mit der Szenerie überfordert gewesen seien: „Alles war sehr hektisch und angespannt.“ Neitzel äußert sich fassungslos über die Vielzahl von Gaffern, die mit ihren Handys Bilder und Videos gemacht hätten. Gegen 22.30 Uhr sei er schließlich im Hotel zurück gewesen, wo er dann die Nachrichtensendungen verfolgt habe - mit Blick aus seinem Zimmer direkt auf den Breitscheidplatz. Am Dienstagabend will Neitzel in die Gedächtniskirche, um mit einer Kerze zu kondolieren .