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24-Stunden-Burginsellauf in Delmenhorst Junggesellenabschied campiert als „Risikogruppe“

Von Frederik Grabbe | 19.06.2016, 16:01 Uhr

Vor der Heirat noch einmal 24 Stunden laufen: Für ihren Freund organisierten Männer aus Stuhr und Bremen einen Junggesellenabschied beim Burginsellauf. Weil dieser keinen Alkohol trinken wollte, musste eine besondere Idee her.

Bei allen sportlichen Aspekten, sind es vor allem die Geschichten neben der Strecke, die den 24-Stunden-Burginsellauf so charmant machen – wie die Geschichte des Junggesellen Florian Walter aus Weyhe, der beim Burginsellauf seine letzten Meter zurücklegte, bevor er in den sicheren Hafen der Ehe einläuft. Er und seine Mitstreiter verpassten sich treffenderweise den Namen: „The last race of the Bachelor“.

Kein Alkohol, kein traditioneller JGA

„Ich habe meinem Trauzeugen gesagt: ,Ich bin im Training. Ich kann keinen Alkohol trinken. Du musst dir was einfallen lassen für den Junggesellenabschied’“, schildert Walter (47). Den Burginsellauf hatte die Freundesgruppe, die sich aus Wasserballern und Triathleten zusammensetzt, schon länger im Blick. Der Plan, den Abschied nach Delmenhorst zu verlagern, war darum schnell geschmiedet, so Trauzeuge Peter Heinsohn.

Willkommen als „Risikogruppe“

Doch die Bremer und Stuhrer Junggesellenabschiedler staunten nicht schlecht, als sie die Graftwiesen betraten. „Die Organisatoren hatten uns als Risikogruppe eingestuft. Unser Zelt liegt ganz außen, wo wir niemanden stören.“ Ihr „eingezäuntes Reservat“, wie es nennen, nehmen sie aber mit Humor. Hintergrund sei ein Vorfall gewesen, bei dem vor einigen Jahren eine ähnliche Gruppe beim Alkohol über die Stränge geschlagen habe. Bei der sportlichen Leistung ist aber nicht zu spaßen. „Vor der Nacht waren wir 9. bei den Männern, jetzt sind wir 7. Wir kämpfen uns vor“, meinte Bräutigam-to-be Florian Walter. Am Ende reichte es dann für Platz acht, „wir sind bis auf einen alle über 40 Jahre alt, da können wir stolz drauf sein“, so Heinsohn.

„Das einzige, was fehlt, ist eine Tabledance-Bar“

Angefeuert wurde die Truppe unter anderem – auch das ist ungewöhnlich für einen Junggesellenabschied – von der angehenden Braut. „Ich bin froh, dass ich selber nicht mitlaufen musste, das war anfangs nämlich nicht ganz klar“, sagte Nicole Cloos (48), die mit Walter übrigens schon seit 19 Jahren zusammenlebt. „Der Lauf ist als Junggesellenabschied genau das Richtige“, so Walter, der ein wenig seine Männer bemitleidete, die sich zeitweise im Regen durch den Delmenhorster Graftmatsch schleppten. Sein Trauzeuge zog trotz Asthmatiker- und Rheumatiker-Dasein durch. „Da weiß man, was man an den Leuten hat.“

Eine durchweg tolle Organisation bescheinigten sie dem veranstaltenden Delmenhorster LC 93. „Das ist schon richtig gut gemacht und die Stimmung ist hervorragend“, so Heinsohn, der nach 22 Stunden der Mühsal scherzte: „Das einzige, was für uns fehlt, ist eine Tabledance-Bar.“