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25 Jahre in Delmenhorst Eltern drogenabhängiger Kinder feiern

Von Merlin Hinkelmann | 24.11.2016, 08:34 Uhr

25 Jahre: So lange gibt es den Elternkreis drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher. Dieser Geburtstag wurde am Mittwoch in der Markthalle gefeiert.

Der Startschuss fiel im Jahr 1991: Auf Initiative von Evelyn Popp gründete sich eine Selbsthilfegruppe für Eltern drogenabhängiger Kinder, die erste ihrer Art in Delmenhorst. Seitdem sind 25 Jahre vergangen. Und noch immer treffen sich etwa 20 Eltern jede Woche. Für den Elternkreis Grund genug, den Geburtstag zünftig zu feiern. Rund 130 Besucher, darunter Netzwerkpartner und betroffene Eltern, kamen an diesem Mittwoch in der Markthalle zusammen.

Doppelter Geburtstag

„Ich bin sehr aufgeregt“, meinte Evelyn Popp, Leiterin der Anonymen Drogenberatung (drob) in Delmenhorst und Vorsitzende der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen. Gemeinsam mit dem Präventionsbeauftragten Henning Fietz von der drob moderierte sie die Feier. Es war ein doppelter Geburtstag, denn auch die drob feierte ihr 25-jähriges Bestehen.

Elternkreis konnte vielen Betroffenen helfen

„Heute geht es einmal nicht um Fachinput, heute wollen wir einfach feiern“, so Popp. Sie sei sehr stolz auf die Arbeit des Elternkreises. „Wir haben viel erreicht, konnten vielen Menschen helfen.“ Dem pflichtete Ute Schaffhausen bei. Sie ist nicht nur Vorsitzende des Landesverbandes der Elternkreise Drogenabhängiger und -gefährdeter Niedersachsen, sondern auch Ansprechpartnerin beim Elternkreis. „Jeder wird bei uns gehört. So kommen die Eltern raus aus der Isolation, raus aus ihrer Ohnmacht“, machte sie deutlich und betonte weiter: „Sie sind nicht allein.“

„Zuverlässiger Anlaufpunkt“

Auch Bürgermeister Hermann Thölstedt hob in seinem Grußwort die „hervorragende Arbeit“ des Elternkreises hervor. Nur wenige könnten sich vorstellen, „welche Sorgen und Nöte die betroffenen Eltern durchleiden müssen“. Umso wichtiger sei es, den Eltern einen zuverlässigen Anlaufpunkt zu bieten. „Es ist unerlässlich, dass sich die Menschen zusammenfinden und gegenseitig helfen“, erklärte Dr. Harald Groth, Vorsitzender des AWO Bezirksverbands Weser-Ems. Eine therapeutische Behandlung der Kinder könne die Unterstützung der Eltern nie ersetzen.

Improtheater „Wilde Bühne“ begeisterte Gäste

Nach den Grußworten folgte der eigentliche Höhepunkt der Feier: Die „Wilde Bühne“ aus Stuttgart präsentierte Improtheater auf der Bühne und entlockte dem Publikum herzhafte Lacher. Das Besondere: Die Künstler sind selbst ehemalige Suchtkranke.

Zur Info: Der Elternkreis trifft sich jeden Dienstag um 19 Uhr in der drob Delmenhorst, Scheunebergstraße 41. Weitere Informationen unter Telefon (04221) 54858) oder im Internet unter www.led-nds.de .