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26 Bäume fallen Abriss am Delmenhorster Wollepark verzögert sich um halbes Jahr

Von Frederik Grabbe | 06.11.2016, 16:32 Uhr

Besonderheiten an der Fassade und an den Versorgungsleitungen verzögern den Abbruch des Wohnblocks Am Wollepark 1-5. Zudem müssen 26 Bäume fallen - mindestens. Das geht aus Unterlagen der Stadt hervor.

Untersuchungen an Versorgungsleitungen und Bäumen sowie die Anpassung der Abbruchplanung haben Auswirkung auf den Zeitplan beim Abriss des Wohnblocks Am Wollepark 1-5. Bis Februar 2017 sollen die Baumfällarbeiten erledigt sein, dann sollen zunächst das Parkhaus entkernt und ab April die restlichen Gebäudeteile abgerissen werden. Dies geht aus einer Vorlage der Stadtverwaltung hervor, die sie dem Planungsausschuss am 15. November (17 Uhr, Rathaus) vorstellen will. Insgesamt sollen – mindestens – 26 Bäume im Zuge des Abrisses fallen.

Zwangslage für die Stadt beim Abriss

Grund hierfür ist das Baufeld, das angelegt werden muss, um die Abrissarbeiten zu ermöglichen. Demnach stehen um den Wohnblock insgesamt 55 „vitale“ Bäume, mindestens 26 Bäume werden fallen, wahrscheinlich werden nach dem Abriss aber nur 17 stehen bleiben. Die Frage nach einer Fällung der Bäume scheint mit ein Grund zu sein, warum sich der Beginn des Abbruchs verzögert. Ursprünglich war die Rede davon, dass der Wollepark-Wohnblock schon ab August 2016 weichen sollte. Nach Darstellung der Verwaltung habe die Abbruchvorbereitung ergeben, dass die Außenfassaden aller fünf Gebäudeteile mit einer Vorhangfassade aus Stahlbetonfertigteilen versehen sind – und diese seien labil.

Sandbett soll Bau umgeben

Um ein geeignetes Abbruchverfahren zu gewährleisten, soll um den Wohnblock ein fünf Meter breites Sandbett angelegt werden. So sollen Erschütterungen für die Nebengebäude durch fallende Fassadenplatten aufgefangen werden. Und: Kräne werden zur Stedinger Straße aufgestellt werden. Hierfür muss ein bepflanzter Erdwall abgetragen werden. Sandbett und Kran-Plätze sind also der Grund, warum die Bäume weichen müssen. In beiden Fällen spricht die Vorlage von zwei „Zwangspunkten“. (Weiterlesen: Wolleparkabriss soll schon ab August erfolgen)

Schaden fürs Wurzelwerk, Mehrkosten bei der Entsorgung

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Versorgungs- und Entsorgungsleitungen unter dem Baumbestand befinden. Werden diese herausgebaut, können Baumwurzeln geschädigt werden, heißt es. Zudem muss die Stadt mit Mehrkosten bei der Entsorgung der Dachdämmung rechnen: Untersuchungen hätten ergeben, dass Flammschutzmittel in Styropor und Hartschaum „als gefährlicher Abfall zu separieren und zu entsorgen sind.“ Die Verwaltung rechnet mit bis zu 200.000 Euro Mehrkosten. (Weiterlesen: Sanierung im Wollepark steht vor weiterem Schritt)

Abbruchkosten betragen 1,5 Millionen Euro

Die geschätzte Abrissdauer soll acht Monate betragen. Der Abbruch soll 1,5 Millionen Euro kosten und kann durch Fördermittel refinanziert werden. Für Wohnblock und Parkhaus hatte die Stadt zuvor bei Zwangsversteigerungen insgesamt rund 620.000 Euro gezahlt. (Weiterlesen: Umfangreiche Vorarbeiten bei Wollepark-Abriss)