Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

29-Jähriger begeht 21 Diebstähle Gefängnisstrafe für Seriendieb in Delmenhorst

Von Alexander Schnackenburg | 17.06.2015, 17:02 Uhr

Das Amtsgericht Delmenhorst hat am Mittwoch einen 29-jährigen Angeklagten wegen 21-fachen Diebstahls zu einer 30-monatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Der Staatsanwalt hatte lediglich eine Freiheitsstrafe von 22 Monaten gefordert, die Strafverteidigerin für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten plädiert.

Als strafmildernd erkannte das Gericht an, dass sich der Angeklagte vollumfänglich geständig zeigte. Der 29-jährige polnische Staatsbürger hatte zuvor über seine Anwältin 21 Ladendiebstähle in Delmenhorst, Hude und Lemwerder eingeräumt, allesamt zwischen dem 15. September 2014 und dem 18. Januar dieses Jahres. Überwiegend hatte er dabei Spirituosen wie Whisky und Wodka erbeutet, doch auch Kosmetika und Schuhe, meist in einem Warenwert von rund 50 Euro und mehr.

Täter wurde gefilmt

Häufig wurde der seit Februar inhaftierte Angeklagte bei seinen Taten gefilmt, einige Male auf frischer Tat ertappt, stets alkoholisiert. In vier Fällen ergaben die anschließenden Messungen Promille-Werte von über 2,0 im Blut des Diebs. Das Gericht hielt dem Angeklagten für diese Delikte eine „nicht auszuschließende verminderte Schuldfähigkeit“ zugute.

Lange Liste von Vorstrafen

Eine Bewährungsstrafe, um die der Angeklagte in seinem kurzen Schlusswort gebeten hatte, kam für das Gericht nicht infrage: wegen einer langen Liste aus Vorstrafen, zu denen der arbeits-, frau- und kinderlose Mann seit April 2005 zunächst in Polen und schließlich auch in Deutschland immer wieder verurteilt worden war, meist wegen Diebstahls, doch auch wegen Trunkenheit am Steuer, damit einhergehender Sachbeschädigung sowie wegen Widerstands gegen Justiz und Staatsgewalt.

Erster Diebstahl kurz nach Haftentlassung

So sprach der vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung auch von einer „manifesten Delinquenz“ des Angeklagten sowie von einer „hohen Intensität und Wiederholungsgeschwindigkeit“ bei den Taten. Tatsächlich datiert der erste Diebstahl, für den das Amtsgericht den 29-jährigen am Mittwoch verurteilt hat, vom 15. September 2014. Nur drei Tage zuvor war der Mann in Meppen aus dem Gefängnis entlassen worden. Ebenfalls strafverschärfend wertete das Gericht, dass der Angeklagte sein Beutegut zumindest teilweise weiterverkauft hatte.