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300 Zuhörer bei Infoabend zu City-Umbau Am Parken hängt in Delmenhorst so vieles

Von Thomas Breuer | 09.11.2016, 23:32 Uhr

Viele Informationen, aber auch viele weiterhin offene Fragen: Das „Stadtgespräch“ zum City-Umbau hat am Mittwochabend in der Markthalle Stoff für neue Diskussionen geliefert.

Delmenhorst. Hertie-Investor Werner Uhde (Deutsche Immobilien-Holding) hat Politik und Verwaltung beim ersten Delmenhorster „Stadtgespräch“ am Mittwochabend in der Markthalle die Pistole auf die Brust gesetzt: Ohne neuen Parkraum nahe der Hertie-Immobilie werde es keine Großmieter für das Haus geben und damit die Revitalisierung der Immobilie nicht gelingen.

„Ganz schwerer städtebaulicher Missstand“

Vor 300 Zuhörern sagte er, man sei „in sehr ernsten, abschlussreifen Gesprächen, aber ohne Parkraum kriegen wir es nicht hin“. Und der soll, wie auch Stadtbaurätin Bianca Urban bekräftigte, nach Möglichkeit nicht an der Stelle des mit städtischen Geldern zum Abriss freigegebenen, seit Jahren geschlossenen Hertie-Parkhauses entstehen. Dort, an der Bebelstraße, werde mit dem Abriss „ein ganz schwerer städtebaulicher Missstand“ beseitigt. Uhde selbst macht schon länger keinen Hehl daraus, dass er dort Wohnraum konzipieren und vermarkten möchte.

Neue Parkplätze an Friedrich-Ebert-Allee?

Die von Anwohnern hart kritisierten Überlegungen für ein neues Parkhaus am Vorwerk als Ersatzbau kamen nur kurz zum Tragen. Urban überraschte mit der Aussage, dass es auch Überlegungen in Richtung Friedrich-Ebert-Alle gebe. Problem: Die angedachten Flächen sind in privater Hand.

900 Mitarbeiter im neuen Krankenhaus

Am Parken und den entsprechenden Flächen hängt in diesen Tagen vieles in Delmenhorst, auch beim künftigen Krankenhaus-Standort in der Stadtmitte. Dass die Kapazitäten dort für einmal 900 Mitarbeiter, dazu Patienten und Besucher der Einrichtung niemals ausreichen werden, befürchten viele Delmenhorster. Und auch detaillierte Ausführungen von JHD-Geschäftsführer Thomas Breidenbach sowie Verkehrsgutachter Ralf Losert aus Hannover konnten die Bedenken im Publikum nicht zerstreuen.

75 Stellflächen unter neuem Krankenhaus geplant

Breidenbach führte aus, dass zu den etwa 75 Stellflächen unter dem Gesundheitszentrum noch einmal so viele unter dem neuen Krankenhausbau kommen sollen. Zudem sollten die Mitarbeiter mit verschiedenen Angeboten, wie etwa finanziell geförderten Fahrrädern und Pedelecs – einschließlich 200 Stellplätzen hierfür am Krankenhaus – zur Abkehr vom Auto bewegt werden. Möglich sei dies, weil aktuell knapp die Hälfte der Mitarbeiter in Delmenhorst wohne.

Gutachter sieht keine Probleme auf Westerstraße

Verkehrsgutachter Losert führte mit Verweis auf Zählungen aus dem Jahr 2015 – damals gab es in der Innenstadt noch den Krankenhausbetrieb – vor Augen, dass der Verkehrsstrom für die Westerstraße auch nach einem Neubau gut zu bewältigen sein werde. Über sie allein sollen laut Breidenbach künftig die An- und Abfahrten erfolgen. Allein für die Feuerwehr werde eine Möglichkeit geschaffen, das Areal zu umfahren.

Neues City-Parkhaus mit 800 Plätzen?

Für JHD-Mitarbeiter, die mit dem Auto kommen, ist Breidenbach aktuell auch in Gesprächen mit Hans-Ulrich Salmen von den Stadtwerken, in deren Zuständigkeit das ebenfalls für den Abriss vorgesehene City-Parkhaus fällt. Bis zu 800 Stellflächen seien bei einem Neubau möglich, sagte Salmen. Für die Fassade sei ein Wettbewerb in Vorbereitung.

Abriss des Hertie-Parkhauses beginnt in Kürze

Derweil soll der Abriss des ausgedienten Hertie-Parkhauses laut Uhde schon in den nächsten Tagen beginnen. Bei einer Ausschreibung hat die Carsten Christmann GmbH aus Delmenhorst den Zuschlag bekommen.