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400.000 Euro Schaden durch Fake-Shops Polizei nimmt Online-Betrüger aus Delmenhorst fest

Von Eyke Swarovsky | 10.03.2017, 18:43 Uhr

Die Polizei hat am Dienstag einen 27-Jährigen aus Delmenhorst festgenommen, der durch Online-Betrügereien weit über 400.000 Euro Schaden angerichtet haben soll.

Dabei geht es um das Betreiben gefälschter Online-Verkaufsangebote, sogenannter Fakeshops, über die unter anderem Handys verkauft wurden, wie das in diesem Fall zuständige Landeskriminalamt (LKA) Mecklenburg-Vorpommern am Freitag mitteilte.

Mehr als 200 geschädigte Personen

Die Zahl der bekannten Geschädigten beläuft sich den Angaben zufolge auf über 200, die Schadenshöhe auf etwa 430.000 Euro. Beide Zahlen seien aber noch nicht abschließend. Der 27-Jährige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Cybercrime-Ermittler hatten am Dienstagabend den Wohnort, die Meldeanschrift und den ehemaligen Firmensitz in und um Delmenhorst durchsucht. Dabei wurden diverse IT-Beweismittel sichergestellt. Weiter fanden die Ermittler in allen drei Objekten Betäubungsmittel, darunter neun Cannabis-Pflanzen. Zusätzlich wurden ein Auto, ein hochwertiges Fahrrad sowie Bargeld in vierstelliger Höhe sichergestellt und ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten vollstreckt. Gegen mutmaßliche Komplizen wird gesondert ermittelt. Dem Einsatz gingen fast zweijährige Ermittlungsarbeiten voraus.

 Die Ermittler beschlagnahmten bei den Durchsuchungen unter anderem auch diesen Audi RS 5. Foto: Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern

SEK nimmt Delmenhorster fest

Die Festnahme des Delmenhorsters selbst erfolgte mit Unterstützung von Kräften des Spezialeinsatzkommandos des LKA Mecklenburg-Vorpommern. Staatsanwaltschaft und Polizei in Mecklenburg-Vorpommern behielten die Ermittlungszuständigkeit in dem Fall, nachdem erste Hinweise auf die betrügerischen Internet-Machenschaften von Betroffenen in Mecklenburg-Vorpommern kamen.

Weitere Spuren führen ins Darknet

Neben den Fakeshop-Seiten sind im Rahmen der Ermittlungen auch Aktivitäten im Untergrund-Forum „crimenetwork“ festgestellt worden. Das Forum dient als digitaler Marktplatz unter anderem für Rauschgift, Falschgeld, Arzneimittel und Waffen. Bundesweit fanden in dem Zusammenhang am Dienstagabend Razzien statt. Die Ermittlungen richteten sich hier in der Hauptsache gegen elf mutmaßliche Betreiber des Forums. (mit dpa)