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450 Gäste im Kleinen Haus Neujahrskonzert besticht mit „Pariser Leben“ in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen | 07.01.2018, 13:46 Uhr

„Prosit Neujahr“: Die Philharmonie Lemberg, Sonja Maria Westermann und Patrick Rohbeck entführten das Publikum im Kleinen Haus am Freitag zum traditionellen Neujahrskonzert nach Paris.

„Ganz Paris träumt von der Liebe… Also träumen wir doch ein bisschen von Paris.“ Mit dieser Empfehlung begann am Freitagabend das traditionelle Neujahrskonzert im Kleinen Haus. Der Grund für das Anraten: Die Philharmonie Lemberg eröffnete das Jahr 2018 musikalisch unter dem Motto „Pariser Leben“. Stimmlich unterstützt wurde das Orchester dabei von den beiden Solisten Sonja Maria Westermann (Sopran) und Patrick Rohbeck (Bariton und Moderation). Gemeinsam bereiteten sie den rund 450 Zuhörern einen heiteren und abwechslungsreichen Abend, der in einer wilden Verfolgungsjagd durch die Besucherreihen gipfelte.

Stücke „prickeln wie Champagner“

Mit klassischen Stücken, die „prickeln wie Champagner“ entführten die Musiker rund um Dirigent Taras Krysa das Publikum in die französische Hauptstadt zu Zeiten der Belle Époque. Ob Jaques Offenbachs Ouvertüre zur Operette „Pariser Leben“ oder Auszüge aus der bekannten Oper „Carmen“ von Georges Bizet – im Mittelpunkt des Konzertes stand die Leichtigkeit des Seins. Ohnehin sei es unsinnig, sich mit strikten Neujahrsvorsätzen zu beladen, meint Rohbeck und zitiert frei nach Erich Kästner: „Je üppiger die Pläne blühen, um so verzwickter wird die Tat. Man nimmt sich vor, sich schrecklich zu bemüh’n und schließlich hat man den Salat.“

Moderation mit viel Wortwitz

Dass er nicht nur charmant und mit viel Wortwitz moderieren, sondern auch wunderbar Bariton singen kann, bewies Rohbeck mit seiner energiegeladenen Interpretation der „Register-Arie“ des Leporello aus der Oper „Don Giovanni“ von Mozart. Und auch die zweite Solistin des Abends strotzte vor Singfreude: Als Magarete brillierte Westermann in der „Juwelen-Arie“ aus Charles Gounods Oper „Faust“. Und auch der Marie Jeanne aus der Operette „Die Dubarry“ von Carl Millöcker verlieh die Sopranistin eine grandiose Stimmengewalt.

Duett als komödiantischer Höhepunkt

Einen gesanglichen aber auch komödiantischen Höhepunkt erreichte der Konzertabend mit dem Duett „Joseph, ach Joseph“ aus Leo Falls Operette „Madame Pompadour“, das Westermann und Rohbeck amüsant umsetzten. „Jetzt wird es anrüchig hier im Saal“, hatte der Bariton zuvor gewarnt. Kurz darauf begann die Verführungsszene der Madame Pompadour, gegen die sich Joseph nur schwerlich wehren kann und die nach einer Jagd durch die Zuschauerreihen mit einem halbnackten Protagonisten endete. Die große Hingabe der Solisten und die Präzision der Philharmoniker blieben dem Publikum nicht verborgen: Mit minutenlangen Applaus bedankte es sich für den vergnüglichen Einstand ins Jahr 2018.