Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

65 Jahre Max-Planck-Gymnasium Ein „V“ stand hinter vielen Schülernamen

Von Dirk Hamm | 14.04.2017, 11:33 Uhr

Vor 65 Jahren nahm das Max-Planck-Gymnasium mit zwei fünften Klassen seinen Betrieb auf. Die Mehrzahl der Schüler stammte aus Vertriebenenfamilien.

Wenn Franz-Reinhard Ruppert im kommenden Monat bei einem Klassentreffen Wiedersehen feiert mit ehemaligen Schulkameraden aus dem Max-Planck-Gymnasium, dann reichen die aufgewärmten Erinnerungen so weit zurück, wie die Schule alt ist. Denn der aus Delmenhorst stammende jetzige Braunschweiger gehörte vor 65 Jahren zu den 98 Schülern, die die ersten beiden Klassen der neuen „Städtischen Oberschule für Jungen und Mädchen“, wie das Gymnasium bei seiner Gründung hieß, bildeten.

Schuljahr begann nach den Osterferien

Die Schule nahm ihren Betrieb am 17. April 1952, einem Donnerstag, auf. Damals war es üblich, dass das Schuljahr nach den Osterferien begann.

Aus Anlass seines nunmehr 65-jährigen Bestehens lohnt sich ein Blick auf die Anfänge des – chronologisch betrachtet – neben dem Gymnasium an der Willmsstraße zweiten Gymnasiums der Stadt. Ruppert, der als Heimatforscher zahlreiche Beiträge über die Stadtgeschichte verfasste, hat die Gründung des „Maxe“ anhand von Ratsprotokollen nachgezeichnet:

„Dem Kinderwohl nicht dienlich“

„Der Rat der Stadt Delmenhorst hatte am 7. Dezember 1951 beschlossen, eine neue städtische Oberschule mit zwei fünften Klassen als zusätzliche weiterführende Schule einzurichten. Anderenfalls hätten an der Staatlichen Oberschule an der Willmsstraße statt der geplanten drei Klassen fünf Klassen eingerichtet werden müssen, was dem Kinderwohl als nicht dienlich angesehen wurde, ‚da eine weitere Vergrößerung der Staatlichen Oberschule diese Anstalt zu einer Schulfabrik werden lässt‘, wie es ein Ratsherr zu Protokoll gab.“

Start mit 98 Schülern in zwei Klassen

Mit 98 Schülern der Geburtsjahrgänge 1940 bis April 1942 in zwei Klassen nahm die neue Oberschule – seit 1957 führte sie die Bezeichnung „Gymnasium“ – ihren Betrieb auf. Ein Zeichen der Zeit nur wenige Jahre nach dem Krieg war ein spezieller Vermerk in den Klassenlisten, weiß Ruppert: „Hinter den Namen der Schüler war mit einem ‚V‘ vermerkt, wer aus einer Vertriebenen- oder Flüchtlingsfamilie kam.

Nur 36 Schülerinnen und Schüler waren in Delmenhorst und Umgebung gebürtig.“ Es musste Schulgeld gezahlt werden, das für einheimische Schüler 15 und für auswärtige Schüler 20 D-Mark im Monat betrug.

1953 Umzug an die Max-Planck-Straße

Zwar hatte der Rat der Stadt Delmenhorst festgelegt, dass der neuen städtische Oberschule ab Ostern 1952 in der frei werdenden Schule Am Grünen Kamp zwei Räume zugewiesen werden. Zur Eröffnung war es dann allerdings die Schule am Kirchplatz, die zwei Klassenräume und ein Lehrerzimmer zur Verfügung stellte, so Ruppert. Bis September 1953 sollte das Provisorium andauern, dann konnte in die eigenen, neu erbauten Räume an der Max-Planck-Straße umgezogen werden.

Das Kollegium der neuen Lehranstalt war laut Ruppert beim Start „noch überschaubar“. Zwei Studienräte, Dr. Rudolf Melloh und Heinz Maasch, unterrichteten in allen Fächern, mit Ausnahme von Musik, Kunst, Sport und Handarbeiten für Mädchen, die durch nebenamtliche Lehrkräfte erteilt wurden.