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70 Jahre Kleingärtnerverein Kinder suchen Nudeln in Deichhorst nicht auf Bäumen

Von Jasmin Johannsen | 11.06.2017, 18:26 Uhr

Der Kleingärtnerverein Deichhorst feierte am Sonntag nicht nur den „Tag des Gartens“, sondern auch sein 70-jähriges Bestehen. Die städtische Politik-Prominenz gratulierte.

Erholung im Grünen: Der Kleingärtnerverein (KGV) Deichhorst lockt seit 70 Jahren Hobbygärtner und Besucher aus ganz Delmenhorst an. Am Sonntag fand passend zum „Tag des Gartens“ die Feier des runden Geburtstags mit dem traditionellen „Hufeisenwerfen“, Führungen durch die Anlage und der Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder statt.

Einst vor allem mit frischen Lebensmitteln versorgt

„Der KGV sollte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln dienen“, schildert zweiter Vorsitzender Günter Prösch die Umstände der Gründung des Vereins. Damals seien die Ackerflächen sogar nachts bewacht worden, um Diebstähle zu verhindern.

Heute diene die rund sieben Hektar große Anlage vielen Vereinsmitgliedern zwar immer noch als Anbaufläche für die unterschiedlichsten Gemüse- und Obstsorten. Aber in Zeiten von Supermärkten trete die Selbstversorgung in den Hintergrund.

Interesse an den Parzellen ist zurückgegangen

Zeitgleich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 50er-Jahren sei das Interesse an den Parzellen gesunken. „Bei der Gründung waren es noch rund 1000 Mitglieder, heute haben wir 270“, so Prösch. Die Motive für den Erwerb eines Gartens würden heute woanders liegen. „Viele Schrebergärtner suchen vor allem die Ruhe und Erholung als Ausgleich zum stressigen Berufsleben“, meint der Vorsitzende Gerhard Brinkmann.

Abenteuerspielplatz und Lehrstätte für Stadtkinder

Aber auch für Stadtkinder sei der kleine Garten rund um die bunten Lauben spannender Abenteuerspielplatz und Lehrstätte zugleich. Dieselbe Meinung vertritt Bürgermeisterin Antje Beilemann in ihrer Ansprache: „Kinder die denken, dass Kühe lila sind und Nudeln auf Bäumen wachsen, wird man hier wohl nicht finden.“

Pro Jahr wechseln etwa 15 Grundtücke den Besitzer

Die unterschiedlichen Generationen würden das Vereinsleben aktiv mitgestalten, erklärt Brinkmann. Obwohl pro Jahr rund 15 Grundstücke den Besitzer wechseln würden, seien auch viele alteingesessene Laubenpieper noch immer aktiv in ihren Gärten. Die langjährigsten Mitglieder ehrte Brinkmann mit Blumensträußen und Urkunden.

Freundschaftliches Miteinander macht Vorstand stolz

Stolz ist der Vorstand eben nicht nur auf die kunstvollen Gärten, sondern auch auf das freundschaftliche Miteinander. „Hier gärtnern die verschiedensten Nationalitäten in Eintracht Seite an Seite“, freut sich Prösch. Sie alle würde die Liebe zur Natur verbinden.

Die Freundschaft unter den Hobbygärtnern und die Ruhe in der Anlage mache den KGV Deichhorst so besonders. „Er ist einfach ein kleines Stück Zuhause im Grünen, in dem man sich richtig wohlfühlen kann“, bestätigt Brinkmann.