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Abbiegeverbot in Delmenhorst: Polizei in Delmenhorst will wieder abbiegen können

Von Michael Korn | 31.12.2015, 15:57 Uhr

In Delmenhorst sind die Tage des Linksabbiegeverbots von der Langen Straße in die Ebert-Allee gezählt. Offenbar hatte die Polizei durch die Absperrung Probleme bei manchen Einsatzfahrten.

Die im Januar 2016 in Delmenhorst bevorstehende Aufhebung des umstrittenen Linksabbiegeverbots aus der Langen Straße in die Friedrich-Ebert-Allee ist offenkundig auch auf Druck der Polizei zustande gekommen. Auf dk-Nachfrage zu den Hintergründen des Rückziehers bei dieser verkehrstechnischen Anordnung sagte der Delmenhorster Fachbereichschef Fritz Brünjes, die Polizei habe in der gemeinsamen Unfallkomission von „Problemen bei Einsatzfahrten“ berichtet.

Nacht- und Nebelaktion

Anwohner, Geschäftsinhaber und Verkehrsteilnehmer in Delmenhorst hatten den Sinn und Zweck des Abbiegeverbots ohnehin von Anfang an bezweifelt. Die Stadt hatte die Absperrbaken Ende 2014 quasi über Nacht ohne Abstimmung mit der Politik und ohne Bekanntmachung aufgestellt. Mit der Anordnung sollte die Sicherheit im Kreuzungsbereich erhöht werden. Außerdem berief sich die Stadt Delmenhorst auf einige Unfälle in dem Bereich. Folgen der Maßnahme: Viele Autofahrer, die aus der Langen Straße in Richtung Hasporter Damm wollen, kürzen über die enge Rosenstraße ab oder fahren eine „Ehrenrunde“ in Höhe Lutherstraße. Die ansässigen Geschäftsinhaber beklagen seitdem Kundenschwund und Umsatzrückgänge.

Unfallkommission rudert zurück

Nun also nach etwas mehr als einem Jahr der Rückzieher: Wie aus einer Mitteilung des Delmenhorster Rathauses hervorgeht, wird die Straßenverkehrsbehörde auf Grundlage der Empfehlung der Unfallkommission – bestehend aus Vertretern der städtischen Fachdienste Straßen- und Brückenbau und Verkehr sowie der Polizei – das Linksabbiegeverbot für Autofahrer an der Kreuzung Lange Straße/Friedrich-Ebert-Allee in Richtung Stadtsüden wieder aufheben.

Warnblinklicht kommt

Gleichwohl will die Stadt Delmenhorst im Kreuzungsbereich etwas tun: „Ersatzweise werden mehrere Maßnahmen durchgeführt. Ein gelbes Warnblinklicht wird installiert, die Markierungen werden optimiert und die Sichtverhältnisse verbessert“, heißt es. Die bisherige Absperrung, seit etwa 15 Monaten kontrovers diskutiert, werde entfernt, sobald das Warnblinklicht installiert ist. Dies soll voraussichtlich bis Ende Januar 2016 erfolgen.

Kosten nicht beziffert

Die Kosten des Auf- und Abbauens und des Verwaltungsaufwands konnte Brünjes nicht beziffern. Dies sei aber kein größerer Betrag und könne aus den Mitteln des Fachbereichs bezahlt werden.