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Abriss, Sanierung oder Neubau? Delmenhorster City-Parkhaus: Salmen empfiehlt Neubau

Von Frederik Grabbe | 25.02.2016, 17:36 Uhr

Abriss, Sanierung oder Neubau? In Sachen City-Parkhaus zeichnet sich noch immer keine Tendenz ab. Aber: Mitte 2016 könnte mehr Klarheit bestehen.

Dies wird aus den Reihen der Gesellschafterversammlung der Parkhausgesellschaft angedeutet. Unterdessen äußert Hans-Ulrich Salmen, Chef der StadtWerkegruppe und des VVD-Eigenbetriebs, zu dem die Parkhausgesellschaft gehört, bei einem Gespräch mit dem dk seine Empfehlung für das Parkhaus: Er rät zu einen Neubau.

Jahnz: „Parkhaus in aktueller Form taugt nichts“

Oberbürgermeister Axel Jahnz, zugleich eines von drei Mitgliedern der Gesellschafterversammlung der Parkhausgesellschaft (eine 100 prozentige Tochter der Stadt), hatte vor rund einem Jahr gesagt , er rechne mit dem Start der politischen Beratungen über das City-Parkhaus in der ersten Hälfte 2015. Viel mehr ist heute noch immer nicht zu verkünden: Ein Konzept zur Entwicklung des Parkhauses solle möglichst vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden, so Jahnz auf Anfrage, er erneuert seine Aussage, dass die Politik eingebunden werden müsse. Fest steht für Jahnz, dass das City-Parkhaus in seiner aktuellen Form „nichts taugt“. Das Parkhaus sei ein wichtiger Baustein für die Innenstadt, „es wird keine grüne Wiese geben“, sagt Jahnz darum.

Auslastung nur bei 40 Prozent

Und das auch angesichts einer geringen Auslastung des Parkhauses. Laut Salmen liege die bei 40 Prozent. „Völlig klar, das ist nicht gut.“ sagt Jahnz. „Aber das ist eher ein Argument, schnell eine Lösung zu finden.“ Auch die zwei weiteren Mitglieder der Gesellschaftsversammlung, die Ratsherren Hans-Reiner Meisel (CDU) und Ibrahim Tuner (SPD) halten sich bedeckt. „Wir stecken noch in der Überlegungsphase“, sagt Meisel auf Anfrage, kündigt aber erste „kleine oder große Rauchzeichen“ für Mitte 2016 an.

Salmen: Neubau geht vor Sanierung

Stadtwerke-Chef Salmen hingegen macht seine Empfehlung deutlich. Für ihn geht ein Neubau vor eine Sanierung. „Ein Neubau würde rund vier Millionen Euro kosten. Eine Sanierung ebenfalls. Doch die ist aufwendig. Und man muss aufgrund der unmoderneren Bauweise zahlreiche, bauliche Nachteile in Kauf nehmen.“ Weiterlesen: Parkhaus-Chaos am verkaufsoffenen Sonntag 

157 Parkplätze wegen Schäden gesperrt

Das Problem des 1972 gebauten Parkhauses liegt bekanntermaßen in der Chlorid-Korrosion am darin verbauten Stahl. Nach einer Sanierung einer Rampe im Sommer 2013 war ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, das Ende 2013 Jahres die Korrosionsschäden im Parkhaus feststellte. Diese sind entstanden, weil über Jahrzehnte Streusalze ins Gebäude getragen wurden. „Seitdem kontrolliert ein bis zwei Mal im Jahr ein Statiker den Zustand des Gebäudes“, sagt Salmen. Doch je weiter die Zeit schreitet, desto größer sind auch die Schäden am Parkhaus. So sind laut Salmen aktuell insgesamt 157 Parkplätze von insgesamt 466 gesperrt, 309 sind nutzbar.

Einnahmen aktuell bei 180.000 Euro im Jahr

Auf die Einnahmen von rund 180.000 Euro im Jahr habe dies durch die insgesamt geringe Auslastung jedoch keine Auswirkungen. Eine Spitzenauslastung werde punktuell bei großen Festen in der Innenstadt, wie beim Kramermarkt, erreicht. Wie Salmen im vergangenen September im Werksausschuss VVD berichtete, schoss die Stadt im Jahr 2014 zum Parkhausbetrieb 80.000 Euro bei. Weiterlesen: Panne am City-Parkhaus ärgert Autofahrer 

Prognose für Nutzbarkeit nicht möglich

„Wir wissen nicht, wie lange das Parkhaus noch nutzbar sein wird. Eine solche Prognose kann auch kein Statiker treffen. Es gibt kein Rechenmodell, was uns hier weiterhilft“, verdeutlicht Salmen. Fehler, die in der Vergangenheit gemacht worden seien, sieht er nicht: Stahl-Korrosion sei bundesweit ein Problem, nicht nur in Delmenhorst. Bisher bleibt also der Betreibergesellschaft nur übrig, fortlaufend den Verfall kontrollieren und dokumentieren zu lassen. Gesperrte Bereiche bleiben gesperrt und werden nicht wieder aufgehoben, eine Betriebseinschränkung gibt es aktuell laut dem Stadtwerke-Chef aber nicht. Zu achten sei auch auf die Fassadensubstanz. Gegebenenfalls nehme man Waschbetonplatten am Parkhaus ab, weil die Halterungen altersbedingt gelitten hätten.