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Abschied von der Delmenhorster Kirche Pfarrer Dr. Enno Konukiewitz tritt in den Ruhestand

Von Kristina Müller | 05.06.2017, 16:14 Uhr

Bei seinem Abschiedsgottesdienst am Pfingstmontag durfte Pfarrer Dr. Enno Konukiewitz noch ein letztes Mal ein Kind taufen. Aber nicht irgendeines, sondern seine eigene Enkelin.

Ein letztes Mal den Talar angezogen, ein letztes Mal feierlich in die Kirche geschritten, ein letztes Mal die Predigt gehalten und – auch ein letztes Mal getauft. Der langjährige Pfarrer der Kirchengemeinde Heilig-Geist und der Vorsitzende des Kirchenverbandes Delmenhorst, Dr. Enno Konukiewitz, ist am Pfingstmontag mit einem Gottesdienst feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

Über 30 Jahre war er als Pfarrer tätig, davon elf Jahre in der Heilig-Geist-Kirche. „Das ist ein wunderbarer Beruf, den ich schon im Pfarrhaus kennengelernt habe“, erzählte Konukiewitz, denn auch sein Vater war früher Pfarrer in der Stadtkirche. „Es kommt selten vor, dass ein Pastor in der Stadt arbeitet, aus der er stammt“, betonte Bischof Jan Janssen während des Gottesdienstes.

Zeit für die Familie

Den Beruf habe er immer gerne ausgeübt, „weil die Theologie mich interessiert und ich neugierig auf die Menschen bin“, erklärte Konukiewitz. Seine letzte Predigt während der Verabschiedung kostete er noch einmal aus: „Ich darf mich an einem biblischen Text noch einmal richtig abarbeiten“, sagte er und lachte.

Nun wolle er erst einmal Abstand gewinnen und freue sich schon darauf, sich noch ein bisschen mehr um die Familie, Kinder und Enkelkinder kümmern zu können. „Es ist schön, zu sehen, wie die Familie größer wird.“ Doch nicht nur seine eigene Familie, sondern auch die Kirchengemeinde wächst weiter – mit seiner Enkelin Lea. Der zweifache Großvater durfte sie in seinem letzten Gottesdienst gemeinsam mit seiner Frau Beatrix Konukiewitz, die ebenfalls Pastorin ist, selbst taufen.

Pläne für den Ruhestand

Einige Pläne für seinen Ruhestand hat er auch schon geschmiedet: Konzerte, Theaterbesuche, Reisen innerhalb Deutschlands und darüber hinaus. „Eben alles, was man macht, wenn man ein bisschen Zeit für sich hat“, sagte er. Und auch Arbeit im Stadtrat hat sich der Pfarrer vorgenommen: „Die Demokratie braucht Menschen, die sich engagieren.“

Nicht nur viele Gemeindemitglieder, auch Kirchenälteste der syrisch-orthodoxen, methodistischen und römisch-katholischen Kirchen kamen, um den Pfarrer zu verabschieden, der maßgeblich an der Gründung des Arbeitskreises Christlicher Kirchen in Delmenhorst beteiligt war. „Dein Herz schlägt für die Ökumene“, beschrieb Bischof Janssen den Pfarrer. „Nun bist du frei von den dienstlichen Pflichten in deinem Amt.“