Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Abstiegskrimi elektrisiert Wirte in und um Delmenhorst rüsten sich für Werder-Spiel

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 13.05.2016, 21:45 Uhr

Das letzte Saisonspiel von Werder am Samstagnachmittag elektrisiert die Massen. Die Wirte in und um Delmenhorst rechnen zum Abstiegskrimi mit zahlreichen Besuchern – und einem grün-weißen Happy-End.

Nicht nur ganz Bremen erstrahlt am Samstagnachmittag in Grün und Weiß. Auch in und um Delmenhorst fiebern ab 15.30 Uhr viele Fußballbegeisterte mit, wenn Werder im letzten Heimspiel der Saison mit einem Sieg gegen Eintracht Frankfurt den Nichtabstieg perfekt machen will. Wer keine Eintrittskarte ergattern konnte und das Spiel live in einem der hiesigen Lokale verfolgen möchte, sollte sich rechtzeitig seinen Platz sichern. Die Gastronomen vor Ort rechnen zum Abstiegskrimi nämlich mit Hochbetrieb.

 (Weiterlesen: Zum Themenportal: SV Werder Bremen)

Große Party bei Menkens angekündigt

Mitglieder des offiziellen Werder Fanclubs „Stars Delmenhorst-Ganderkesee“ stimmten sich bereits am Freitagnachmittag auf den mit Spannung erwarteten Abstiegsgipfel ein. Gemeinsam mit dem glühenden Werder-Fan Gerhard Menkens verwandelten sie den Saal im Gasthof Menkens in Hoykenkamp mit Fahnen, Bannern und Schals in ein zweites Weserstadion. Der Wirt geht davon aus, dass sich ähnlich wie bei den Spielen gegen den Hamburger SV und den VfB Stuttgart zwischen 150 und 200 Zuschauer in seinem Lokal zum Rudelgucken treffen. Dass Werder dabei als Sieger vom Platz geht, steht für Menkens außer Frage: „Wir gewinnen 3:1 und feiern danach eine schöne Nichtabstiegs-Party.“

 (Weiterlesen: Schlägerei trübt Maifeier bei Menkens in Hoykenkamp)

Werder-Schluck für jedes Tor

Auf zwei Leinwänden und mehreren Großbildfernsehern zeigt neben vielen anderen Lokalen auch das Hardball-Cafe an der Cramerstraße das Bundesligaspiel. Für jedes Tor der Grün-Weißen verspricht Inhaber Sven-Ulrich Blank seinen Gästen dabei einen Werder-Schluck aufs Haus. „Den Schnaps habe ich vorrätig. Es sind genügend Kisten vorhanden“, hat Blank nichts dagegen, wenn Werder den Nichtabstieg gleich mit mehreren Treffern besiegelt. Wer in den Genuss des Frei-Getränks kommen möchte, sollte allerdings früh genug erscheinen: „Zuletzt waren wir immer zwischen 14.30 und 14.45 Uhr restlos belegt“, erklärt Blank.

Wirte empfehlen frühzeitiges Erscheinen

Mit einem günstigen „Werder-Gedeck“, bestehend aus Bier und Bratwurst, möchte Gastronom Ahmet Cetinkaya den Werder-Fans schmackhaft machen, das letzte Saisonspiel live im Phönix (Am Friesenpark) mitzuerleben. Genauso wie im Cramers, wo das Spiel auf vier Fernsehern übertragen wird, ist die Besucherzahl im Phönix jedoch auf 60 bis 80 Personen begrenzt.

Mehrere Hundert Plätze im Riva

Deutlich mehr Platz bietet das Riva an der Weberstraße. Betreiber Tarik Cirdi stellt 300 Sitzplätze für die Live-Übertragung auf vier Großleinwänden zur Verfügung. Dennoch rät er seinen Gästen, weit vor dem Anpfiff zum Spiel da zu sein: „Schon bei den vergangenen Spielen war es rappelvoll. Das wird am Samstag sicherlich nicht anders sein“, so Cirdi. Über mögliche Feierlichkeiten möchte der Wirt spontan entscheiden. „Je nachdem wie die Stimmung ist, wird nach dem Spiel gefeiert. Ich hoffe aber, dass Werder einen knappen Sieg einfährt“, hält sich Cirdi vor dem Spiel noch bedeckt.

 (Weiterlesen: Regelmäßige Poetry Slams für Delmenhorster Publikum)

Musiker Fred Molde wünscht sich Werder-Sieg zum Geburtstag

Einen besonderen Tag erwartet am Samstag auch der Musiker Fred Molde. Der Ganderkeseer wird 56 Jahre alt und wünscht sich zu seinem Geburtstag nichts sehnlicher als einen Heimsieg der Werder-Elf. „Schon am 14. Mai 1988 durfte ich an meinem 28. Geburtstag im Stadion sein, als Werder die Deutsche Meisterschaft feierte. Jetzt, 28 Jahre später, möchte ich dabei sein, wenn wir den Klassenerhalt wie eine Meisterschaft bejubeln“, sagt Molde im Vorfeld des Spiels gegen Frankfurt. Sein Schmäh-Song zum Beinahe-Abstieg des Erzrivalen aus Hamburg im vergangenen Jahr, das bei YouTube bereits fast 165.000 Aufrufe erreicht hat, bereut Molde indes nicht: „Das Lied nehme ich kein Stück zurück.“ Gedanken über ein eventuelles Aufstiegs-Lied für Werder im nächsten Jahr hat sich der Musiker noch nicht gemacht. „Ich hoffe auch, dass das nicht nötig ist“, ist er sich wohl mit allen Werder-Anhängern einig.