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Abstimmung vertagt Schlagabtausch um Kita-Bedarfsplanung in Delmenhorst

Von Marco Julius | 24.03.2017, 17:35 Uhr

Die Beratung der Kindertagesstättenbedarfsplanung 2017-2023 im Jugendhilfeausschuss am Donnerstagabend ist in einen Schlagabtausch zwischen der SPD-Fraktion und den Vertretern der Verwaltung gemündet, in den sich auch Vera Bruns als Mitglied des Stadtelternrates einmischte.

Die Debatte wird in der kommenden Sitzung fortgesetzt, weil die Politik, vor allem jedoch die SPD, noch viele offene Fragen hat, die von der Verwaltung zunächst beantwortet werden sollen.

Räumlichkeiten fehlen

Zwar herrschte über die Grundproblematik weitgehend Einigkeit: In Delmenhorst fehlen Krippenplätze, Kindergartenplätze und an Plätzen in der Schulkinderbetreuung (Hort) – vor allem, weil zuletzt die Geburtenrate höher war als ursprünglich angenommen – und weil es mehr zugewanderte Kinder gibt als gedacht. Dabei, das führte Fachbereichsleiter Rudolf Mattern aus, fehle es nicht nur an entsprechenden Räumlichkeiten, sondern auch an dem notwendigen Fachpersonal. „Wir stehen vor einer riesigen Herausforderung“, betonte Mattern mit Blick auf Aus- und Neubauten. Die Bedarfsplanung, wie von der Verwaltung dargestellt, sei das Maximum des derzeit leistbare. „Mehr geht nicht“, sagte Mattern. Wenn die Politik mehr wolle, solle sie vor dem Hintergrund der jüngsten Haushaltsberatungen „bitte sagen, woher das Geld kommen soll“.

Das Geld, das führte die Ausschussvorsitzende Antje Beilemann (SPD) aus, könne etwa aus dem 300 Millionen Euro schweren Förderprogramm des Bundes kommen. Dem entgegnete Mattern, von den 300 Millionen kämen nur etwa 300000 Euro in Delmenhorst an. Eine neue Kita aber schlage allein mit 3 Millionen Euro zu Buche.

Fachkräfte fehlen

In Bezug auf den Fachkräftemangel führte Fachdienstleiter Gerd Galwas aus, dass der Markt leer gefegt sei. Pro Stelle bekäme er maximal 2,5 Bewerbungen, die meisten so schlecht, dass er sie sich früher gar nicht erst richtig angeschaut hätte. Der Beruf des Erziehers müsste dringend attraktiver gestaltet werden.

Das sieht auch die SPD-Fraktion so. Notfalls müsse man auf kommunaler Ebene selbst aktiv werden, betonten Beilemann und Fraktionskollegin Gabi Baumgart. Die SPD-Fraktion warf auch die Frage auf, ob es in der Stadt Bedarf für einen 24-Stunden-Kindergarten gebe. Die Verwaltung verneinte das, Bruns sagte für den Stadtelternrat, die Eltern müssten richtig befragt werden, den Bedarf gebe es durchaus.

Fragen an die Verwaltung hatte die SPD auch bei den Berechnungsgrundlagen. Galwas betonte, die Verwaltung mache eine realistische Planung. „Wir wollen Kinder nicht verwahren, sondern sicher betreuen.“