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Adelheider Kaserne Flüchtlingskrise beschäftigt Redner bei Bundeswehrempfang

Von Frederik Grabbe | 29.01.2016, 07:50 Uhr

Flüchtlingsunterkünfte, Arbeitszeiterfassung für Soldaten, Oldenburger Grünkohl: Beim Jahresempfang des Logistikbatallions 161 in der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne am Donnerstagabend boten die Redner einen bunten Strauß an Themen. Einige waren ernst, manche weniger.

Größte Herausforderung im Jahr 2016 für Truppe, Stadt und Land, da waren sich alle Redner sicher, werde die Flüchtlingssituation sein. So hat die Adelheider Kaserne etwa die Sporthalle an der Weverstraße temporär als Unterkunft zur Verfügung gestellt, in Kürze sollen rund 500 Flüchtlinge in acht Gebäuden auf 4300 Quadratmetern Platz finden. Ein Umstand, den insbesondere Oberbürgermeister Axel Jahnz lobte. „Ich mache keinen Hehl daraus: Die Flüchtlingssituation stellt uns vor große Aufgaben. Ohne Sie könnten wie sie nicht bewältigen“, sprach er die Soldatinnen und Soldaten direkt an.

Landesweite Betroffenheit, landesweite Empörung

Auch Redner Karl-Heinz Klare (CDU), Vizepräsident des niedersächsischen Landtags, ging auf die Flüchtlingsthematik ein: Klare zog einen Bogen vom Bild des ertrunkenen, dreijährigen Flüchtlingsjungen, der tot am Badestrand von Bodrum lag und eine Welle der Betroffenheit ausgelöst hatte, bis hin zu den Angriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht, die landesweit Empörung hervorgerufen hatten: „Eine der größten Herausforderungen wird es sein, die Akzeptanz für die Flüchtlinge zu erhalten“, so Klare, der sich deutlich zu seiner Angst bekannte, dass sich die Gesellschaft in dieser Frage spalten könnte. Unabhängig davon unterstützte Klare die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, bis 2030 130 Milliarden Euro in die Truppe zu investieren. Klare: „Die bisherige Mangelverwaltung können wir uns nicht mehr leisten.“

Bundeswehr muss flexibler werden

Der Kommandeur der Kaserne, Stephan Fey, stellte die Ausbildung von Soldaten in den Vordergrund, gerade weil das Adelheider Bataillon 2016 keine Einsatzverpflichtung habe. Zudem müssten durch die Soldatenarbeitszeitverordnung, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Bundeswehr verbessern soll, „alte Zöpfe abgeschnitten“ werden. Sie stelle Anforderungen an die Flexibilität der Bundeswehr. Unterdessen bekundete Fey, gebürtiger Rheinland-Pfälzer und seit August 2015 an der Spitze der Adelheider Kaserne , er habe sich gut in der Stadt eingelebt. Wenn Fey wirklich ankommen wolle, gab ihm Jahnz mit auf dem Weg, dürfe er vor allem eines nicht vergessen: „Probieren sie Oldenburger Grünkohl. Es gibt nichts Besseres.“