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ADFC-Aktion „Bitte freimachen“ Delmenhorster Falschparker bekommen Denkzettel

Von Mareike Bader | 02.10.2017, 11:21 Uhr

Mehr Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer fordern ADFC und Landesverkehrswacht. Denn wildes Parken beeinträchtigt das Miteinander und erhöht das Unfallrisiko.

Am Freitag machten einige ADFC-Mitglieder einen Rundgang und verteilten an Autos, die auf Geh- und Radwegen geparkt waren, einen Denkzettel. „Bitte freimachen“ heißt die gemeinsame Aktion von ADFC und Landesverkehrswacht, die in ganz Niedersachsen durchgeführt wird.

Es gehe nicht darum, mit dem erhobenen Zeigefinger Menschen anzuprangern. Egal, wie höflich man Falschparker anspreche, die Reaktion sei immer patzig, berichten die Teilnehmer einheitlich. Sie wollen ein Bewusstsein für Gefährdung anderer schaffen. Aber die negativen Erfahrungen schrecken ab. Nur wenige Teilnehmer machen am Freitag mit, keiner möchte namentlich genannt werden.

Falschparken soll sich nicht weiter einbürgern

Beim Fahrradklimatest im vergangenen Jahr wurde angemerkt, dass Falschparken nicht geahndet werde. Damit sich das nicht weiter einbürgert, soll mit den Hinweiskarten ein Zeichen dagegen gesetzt werden. Denn wenn Geh- und Radwege durch parkende Autos blockiert werden, stellt das eine Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer dar. „Falschparken ist da, wo anderen gefährdet werden können, kein Kavaliersdelikt“, heißt es auf den Hinweiskarten.

Wird geahndet, kommt es zu einem Bußgeld oder es wird sogar abgeschleppt. Dies sei früher an der Roonstraße oft der Fall gewesen. Durch das wilde Parken sei der Gehweg nicht mehr begehbar gewesen und die Anwohner hätten sich beschwert. Es wird auch berichtet, dass auf dem Hauptverkehrsstraßennetz auch Lkws teilweise auf den Geh- und Radwegen stehen, weil ihre Fahrzeuge zu breit für die eigentlichen Parkbuchten sind.

„Nur mal kurz“ kann eine Gefahr darstellen

Am Freitagnachmittag werden kaum Falschparker ausfindig gemacht. Besonders häufig komme dies tagsüber rund um Kioske, Kurzwarengeschäfte oder Bäckereien vor. Auch an der Moltkestraße, wo einige Ärzte niedergelassen sind, werde wenig Rücksicht genommen.

Die gemeinschaftliche Aktion soll im Laufe des Herbsts noch einmal wiederholt werden. Auch darüber hinaus werden die Flyer an falsch geparkten Autos unter die Scheibenwischer geklemmt. Prinzipiell gelte, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, egal ob Auto, Fahrrad oder zu Fuß. Doch durch illegales Parken werden Fußgänger und Radfahrer behindert, sei es durch die Sicht oder weil sie ausweichen müssen. „Wenn wir alle ein bisschen toleranter miteinander umgehen, würde das viel besser miteinander funktionieren“, lautet der Appell vom ADFC.