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ADFC Delmenhorst Einheitliche Wege für Radfahrer gefordert

Von Mareike Bader | 08.09.2017, 22:52 Uhr

In Delmenhorst sind viele Orte schnell mit dem Fahrrad erreichbar. Der ADFC zeigte bei einer Radtour Problemstellen auf und verwies auch auf einige Wunschvorhaben.

Nur etwa zehn bis zwölf Prozent der Delmenhorster komme mit dem Fahrrad in die Stadt, findet Burkhard Kühnel-Delventhal. Das Wegekonzept sei unausgewogen, sagt der stellvertretende Vorsitzende des ADFC-Kreisverband Delmenhorst.

Die Orientierungsfahrt, zu der auch Vertreter der Parteien eingeladen waren, zeigte einige Schwachstellen im Radwegenetz der Stadt auf. Besonders Kreuzungen sind knifflig. Vom Radweg geht es kurz vor der Kreuzung erst über die Oldenburger Straße und dann über die Rudolf-Königer-Straße Richtung Graftwiesen. Ein Weg, der für Nicht-Ortskundige nicht sofort sichtbar ist. Daher würden viele nicht den richtigen Weg wählen, sagt Kühnel-Delventhal.

Komplizierte Situation am Hans-Böckler-Platz

Die Graftwiesen ist der Durchgangsweg für die Bewohner aus Deichhorst. Auf etwa 1000 Pendler schätzt das ADFC-Vorstandsmitglied den täglichen Fahrradverkehr dort. Doch auf dem Weg in die Stadt ergibt sich ein neues Verwirrspiel.

Über den Hans-Böckler-Platz geht es zur Innenstadt. So weit, so klar. Wer über die Fußgängerampeln Richtung Bushaltestelle fahre, bleibe dann oft auf dem Gehweg – der hier aber nicht mehr zur Hälfte Radweg ist. Drahtesel sind hier also nicht mehr erlaubt. Er selbst fahre zusammen mit den Autofahrern und über die Kreuzung auf der Straße Am Stadtwall, sagt Kühnel-Delventhal. Dafür braucht man aber Geduld. Denn die Fußgängerampeln geben lange freie Fahrt, während die Ampel für den Autoverkehr noch rot zeigt.

ADFC schlägt Fahrtest in der Langen Straße vor

Die Möglichkeit durchgängig zu fahren liegt dem ADFC in Delmenhorst besonders am Herzen. Deswegen spricht sie sich auch dafür aus Fahrradfahrer in der Langen Straße zu erlauben – probeweise, versteht sich. „Das wird ja jetzt schon praktiziert“, sagt Kühnel-Delventhal zur Situation in der Fußgängerzone. Es wäre ein guter Test, das zu legitimieren und zu gucken, ob es überhaupt zu Konflikten komme.

Mit dem Fahrrad könne man schnell direkt vor Ort sein, zählt er als Vorteile auf. „Man hat den Kofferraum direkt bei sich.“ Daher setzt sich der ADFC auch besonders für viele Stellplätze ein. Gelungen sei etwa der am Schweinemarkt, der Stellplatz am Bahnhof sei dagegen zu klein und nicht schön genug. Wichtig sei auch die Fahrradfreundlichkeit in den Betrieben. So stellte er am Standort des neuen Josef-Hospitals die Frage, wo dort die Mitarbeiter ihre Fahrräder abstellen können. Denn viele würden nach dem Neubau aus Deichhorst in die Innenstadt pendeln.

Vorschläge werden nicht umgesetzt

Auf der Tour ärgert sich Burkhard Kühnel-Delventhal immer wieder über Vorschläge, bei denen nichts passiert. Wie die Cramerstraße, die sich laut ADFC sehr gut als Fahrradstraße eignen würde. Oder der Weg durch den Wollepark. Für das Vorhaben sei nur ein Schild nötig, sagt Kühnel-Delventhal.

Das Argument der Kosten gilt für ihn nicht. Dafür seien diese in der Regel zu gering: „Vieles lässt sich auch kostenlos machen.“ Außerdem werde der bisherige Spielraum kaum ausgenutzt. „Wir dürfen die Vorteile des Fahrrads nicht verschenken“, bekräftigte er den weiteren Streckenausbau, wie an der ehemalige Jute-Trasse.