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Adrian Rusnak fest im Team Musiker für alle Fälle an der Delmenhorster Musikschule

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 18.08.2016, 17:25 Uhr

Ob am Dirigenten-Pult, am Klavier oder vor der Grundschul-Klasse: Mit Adrian Rusnak hat die Musikschule Delmenhorst einen Musiker engagiert, der nahezu überall eine gute Figur abgibt.

Wie gut Adrian Rusnak dirigieren kann, wusste Musikschulleiter Michael Müller nicht, als er ihm vor zwei Jahren die Leitung von „Anatevka“ antrug. Allerdings ahnte er es – und das nicht grundlos: „Ich hatte Adrian mehrfach beim Korrepetieren am Klavier erlebt. Daher wusste ich immerhin, welch ein fabelhafter Musiker er ist, und wie gut er begleiten kann.“ Müller sollte sich nicht täuschen: Das Musiktheater-Ensemble der Musikschule Delmenhorst feierte mit „Anatevka“ unter der Leitung Adrian Rusnaks einen großen Erfolg . Zugleich wuchsen Musikschule und Rusnak durch „Anatevka“ noch ein bisschen enger zusammen. Seit Beginn dieses Monats zählt der 30-jährige Pianist und Dirigent gar zu den festangestellten Dozenten der Musikschule: als Nachfolger Hainer Dutjers, der in den Ruhestand geht.

Studium in Hannover und Bremen

Allerdings unterrichtet Rusnak an der Musikschule Delmenhorst nicht „nur“ Klavier, sondern auch Dirigieren. Ferner spannt Müller ihn weiter für die musikalische Früherziehung ein, in der Rusnak indes in den letzten Jahren schon als Honorarkraft für die Musikschule tätig gewesen ist.

Qualifiziert ist der Musiker aus Transkarpatien, der einer ungarischen Minderheit angehört, für die eine wie die andere Aufgabe gleichermaßen. Im Jahr 1992 kam er nach Deutschland. Sein Vater Vasilij Rusnak, zuvor Konzertmeister am Opernhaus in Kiew, trat damals eine Stelle als stellvertretender Konzertmeister des Stadttheaters Bremerhaven an. Adrian lernte zunächst, Geige zu spielen, ehe er als Zehnjähriger zudem Klavierunterricht erhielt. Am Klavier brachte er es bereits mit 15 zum Jungstudenten Prof. Karl-Heinz Kämmerlings von der Hochschule Hannover. Später studierte er bei Prof. Patrick O`Byrne an der Hochschule Bremen Klavier und legte dort mit ebenso großem Erfolg die Master-Prüfung in Elementarer Musikpädagogik ab. Auch begann er zu dieser Zeit, inspiriert durch Thomas Eitler, zu dirigieren.

Ehrgeizige Pläne

In Delmenhorst verfolgt Rusnak nun ehrgeizige Pläne. Nicht umsonst haben Michael Müller und er das Orchester der Musikschule kürzlich in „Städtisches Orchester Delmenhorst“ umbenannt. Hier musizieren nicht nur Schüler der Musikschule miteinander, sondern obendrein Musikstudenten aus Bremen, Hannover, Hamburg und Oldenburg. Rusnak möchte den Klangkörper, den er im Kern für „Anatevka“ zusammengestellt hatte, zu einer festen Institution entwickeln, in der etwa auch solche Musiker aus Delmenhorst und Umgebung eine „Heimat“ finden sollen, die sich, gäbe es das „Städtische Orchester Delmenhorst“ nicht, voraussichtlich einem Bremer Orchester anschlössen.

Mittelfristig, so sein Plan, wolle er mit dem Städtischen Orchester etwa zwei Projekte jährlich zusätzlich zu den Musiktheater-Vorstellungen anbieten. „Ich kann mir auch ein Open-Air-Konzert auf der Burginsel vorstellen“, sagt Rusnak. Allzu weit aber wolle er den Ereignissen nicht voraus greifen.

Umso weniger, als er mit dem Orchester sowie der Musikschule mitten in der heißen Probenphase zur Operette „Clivia“ steckt. Am Freitag, 26. August, steigt die Premiere von Nico Dostals Operette: um 19.30 Uhr im Kleinen Haus. Karten gibt es im Büro der Musikschule unter der Rufnummer (04221) 14113. Weitere Infos unter www.musikschule-delmenhorst.de .

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