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Änderung des Waffengesetzes Keine Strafe bei Waffenabgabe im Landkreis Oldenburg

Von Dirk Hamm | 22.08.2017, 19:28 Uhr

Wer unerlaubt im Besitz von Waffen und Munition ist, kann jetzt von einer Amnestie profitieren. Bis 1. Juli 2018 bleibt die Abgabe bei der Polizei oder beim Landkreis Oldenburg straffrei.

Noch gut elf Monate lang haben Personen, die illegal im Besitz einer Waffe sind, die Möglichkeit, diese straffrei abzugeben. Auf diese Amnestieregelung weist die Landkreisverwaltung in Wildeshausen hin. Bereits in den Vorjahren wurde bei einzelnen Änderungen des bundesweit geltenden Waffengesetzes mittels einer Amnestieregelung die sanktionsfreie Abgabe unerlaubter Waffen ermöglicht. Eine erneute Novellierung des Waffengesetzes trat laut Kreissprecher Oliver Galeotti am 6. Juli dieses Jahres in Kraft. Auch in diesem Fall wurde eine einjährige Frist zur Waffenabgabe festgelegt. Wer unerlaubt im Besitz von Waffen und Munition ist, kann diese bis zum 1. Juli 2018 straffrei bei der Polizei oder den Waffenbehörden abgeben. Von der Amnestie ausgenommen sind allerdings Kriegswaffen.

Waffen können auch abgeholt werden

Auch der Transport unerlaubter Waffen und Munition auf dem direkten Weg zur Abgabe zieht nach Angaben von Galeotti in diesem Zeitraum keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich. Nach vorheriger Kontaktaufnahme mit der Polizei oder der zuständigen Waffenbehörde – in Niedersachsen sind dies die Landkreise, kreisfreien Städte und selbstständigen Gemeinden – können Waffen und Munition auch von Behördenmitarbeitern abgeholt werden. „Soweit es die personellen Ressourcen und die jeweilige Aufgabenlage zulassen“, wie Galeotti einschränkt.

Auch panzerbrechende Munition ist straffrei

Von der Amnestieregelung ist auch Munition, für die ein Umgangsverbot besteht, erfasst. In diese Kategorie fallen panzerbrechende Munition, Munition mit Spreng- und Brandsätzen, Munition mit Leuchtspursätzen sowie Geschosse für diese Munition und Munition mit Geschossen, die einen Hartkern enthalten, sowie entsprechende Geschosse.

Wer sich darüber hinaus über die Amnestieregelung informieren möchte, wird gebeten, sich an die Polizei oder die Waffenbehörde des Landkreises Oldenburg, Telefon (04431)85219, zu wenden.

Neue Sicherheitsstandards für die Aufbewahrung

Mit der Änderung des Waffengesetzes sind zugleich die Sicherheitsstandards für die Aufbewahrung von Waffen und Munition verschärft worden. Damit werde das Ziel verfolgt, dass künftig weniger Waffen abhanden kommen, informiert die Bundesregierung auf ihrer Website. Eine Besitzstandsregelung greift jedoch für Waffenbesitzer, deren Waffenschränke zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung den alten gesetzlichen Anforderungen entsprochen haben. Das gilt aber nicht für den Fall, dass das Behältnis nach Inkrafttreten der Novellierung den Besitzer gewechselt hat. Weitere Regelungen greifen nach Regierungsangaben Anregungen der Waffenbehörden in den Bundesländern auf. Dadurch solle der Vollzug des Waffenrechts effektiver werden.