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Ärger um Standort hält an Delmenhorster Rathaus-Modell feierlich enthüllt

Von Marco Julius | 19.04.2016, 19:59 Uhr

Vor zahlreichen Gästen und Schaulustigen ist das Modell der Rathaus-Anlage am Dienstag enthüllt worden, das der Heimatverein initiiert hat. Der Ärger um den Standort hält bei Gastronom Manuel Mutlu an.

Als „Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt“ und als „Stärkung des Bürgerstolzes“ will Jan Jochen Meyer, Vorsitzender des Heimatvereins Delmenhorst, das Modell der Rathaus-Anlage samt Wasserturm verstanden wissen, das am Dienstagnachmittag mit einer kleinen Zeremonie am Rande des Marktplatzes vor zahlreichen Interessierten enthüllt wurde. Das rund 16.800 Euro teure Modell, das im Maßstab 1:200 die vom Bremer Reformarchitekten Heinz Stoffregen entworfene Rathaus-Anlage im Jahr 1925, also mit den später abgerissenen Arkaden, zeigt, ist durch zahlreiche Spenden ermöglicht worden. Meyer dankte dem „Heimatfreund Friedrich Hübner für seinen intensiven Einsatz und die Initiative zum Modell“, das der Delmenhorster Bildhauer Jürgen Knapp umgesetzt hat.

Sponsoren sind auf Sockel verewigt

Hübner selbst war „richtig happy“, dass das Modell so schnell realisiert werden konnte. Oberbürgermeister Axel Jahnz dankte im Namen des Rates und der Bürger für den Einsatz des Verein und vergaß dabei auch die Spender nicht. Sponsoren, die 500 Euro oder mehr gegeben haben, sind auf dem Sockel des Modells verewigt. „Das Modell ist ein Beitrag zur Verschönerung der Innenstadt“, befand Jahnz.

Modell soll Lust auf das „echte“ Rathaus machen

Meyer wünschte sich, dass das Modell des vom Jugendstil geprägten Rathauses auch die Lust wecke, sich das werktäglich geöffnete Gebäude einmal ausgiebig von innen anzusehen. Das Modell mache zudem deutlich, dass nicht alle Veränderungen im Laufe der Jahre zum Vorteil des Ensembles gewesen seien, das Rad der Zeit könne man aber nicht zurückdrehen.

Ärger um Standort hält an

 Um den Standort des Modells gibt es unterdessen weiter Ärger. Die Verwaltung hat am Dienstag der Darstellung von Gastronom Manuel Mutlu (MarktEins, Tutti Frutti) widersprochen, er sei nicht über den Standort des Rathausmodells im Bereich seiner Außenbewirtschaftung informiert worden. Nach Angaben des Fachbereichsleiters Bürgerservice, Horst Janocha, die Stadtsprecher Timo Frers unserer Zeitung übermittelte, sei der Wirt über die Positionierung des Sockels sehr wohl im März informiert worden. Für den Fall sich abzeichnender Probleme habe es ebenfalls ein Gesprächsangebot gegeben. Darauf sei es zu keiner Reaktion gekommen.

Jahnz und Mutlu vereinbaren Gespräch

Mutlu bleibt bei seiner Darstellung. Mit ihm persönlich habe niemand über den Standort gesprochen – trotz der kurzen Wege zwischen Rathaus und seinen Betrieben. Er will weiterhin darauf drängen, dass das Modell einen anderen Platz bekommt und hat am Dienstagmorgen Kontakt zu Fachbereichsleiter Fritz Brünjes gesucht. Oberbürgermeister Axel Jahnz hat unterdessen ein Gespräch mit Mutlu vereinbart, das noch in dieser Woche stattfinden soll.