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Aktion an Hermann-Allmers-Grundschule Delmenhorster Schultoiletten: Gestank schreckt Kinder ab

Von Sonia Voigt | 22.06.2017, 10:40 Uhr

Seit Jahren klagen Schüler und Eltern an mehreren Delmenhorster Grundschulen über den Zustand der alten Schultoiletten. Saniert wird dieses Jahr an der Astrid-Lindgren-Grunschule, Hasbergen und Iprump sollen folgen. Weil die Hermann-Allmers-Grundschule erst 2019 vorgesehen ist, läuft dort eine Unterschriftenaktion.

Mit Unterschriftenlisten und einer Umfrage setzen sich Schüler und Eltern der Hermann-Allmers-Grundschule jetzt gegen den schlechten Zustand der alten Schultoiletten zu Wehr. Die Vorsitzenden des Schulelternrates Sonja Kubanek-Heller und Iris Hülsemeyer berichten von einem penetranten Gestank, der trotz Reinigung nicht zu vertreiben sei und die Kinder abschrecke. „Viele halten lieber an und der erste Weg zuhause führt eilig zur Toilette“, schildert Kubanek-Heller die Folgen. Für eine Sanierung gibt es bei der Stadtverwaltung zwar Pläne und eine Kostenaufstellung, die Mittel sollen laut dem für Gebäudemanagement zuständigen Fachbereichsleiter der Stadt Andreas Tensfeldt voraussichtlich aber erst 2019 in den Haushalt eingestellt werden.

Schulelternrat wandte sich schon 2014 an Oberbürgermeister

„Das ist seit Jahren Thema“, weiß Elternvertreter Nexhati Latifi, der das Problem zusammen mit anderen schon 2014 an den Stadtelternrat für Schulen und den damaligen Oberbürgermeister herantrug. „Leider wird vonseiten der Schulbehörde und Vertretern der Stadt immer auf andere Schulen verwiesen, bei denen die Schultoiletten in einem noch schlechteren Zustand sein sollen“, berichten Kubanek-Heller und Hülsemeyer. Davon will sich der Schulelternrat aber nicht entmutigen lassen und hat mit einer Unterschriftenaktion beim Sommerfest und einer Umfrage in den Schulklassen viel Zustimmung gesammelt. Die Ergebnisse sollen an den Oberbürgermeister übergeben werden, einen konkreten Termin gibt es aber noch nicht.

Defekte Türen, ständig kaputte WCs

Auch Grünen-Ratsfrau Andrea Lotsios greift das Thema auf und fordert in einem aktuellen Antrag, die Toilettensanierung in der Schule an der Berliner Straße in den Haushalt 2018 aufzunehmen. Sie schreibt von defekten Türen, die nicht mehr abgeschlossen werden können, und ständig kaputten WCs. „Die Toiletten sind sehr alt“ , nennt Elternvertreter Latifi das Grundproblem, „sodass man zum Beispiel auch an die Trennwände keine Papierspender mehr montieren kann.“ An den stattdessen im Eingangsbereich aufgehängten Klopapierrollen bedienen sich viele Schüler zu reichlich und verstopfen damit die Toiletten. Obwohl es hin und wieder Grundreinigungen gab, seien die alten Oberflächen schwer zu säubern und die Hygienebedingungen nicht gut.

Sanierung an Astrid-Lindgren-Schule nach den Ferien

„Der Zustand der Toiletten ist an vielen Schulen ein Problem“, bestätigt die Vorsitzende des Stadtelternrats für Schulen Petra Suhrkamp. Teilweise trügen die Kinder durch ihr Verhalten zur Misere bei, aber oft liege es auch am baulichen Zustand. Gerade an Grundschulen seien die WCs teilweise so alt, dass ihre Benutzung kaum zumutbar sei. „Problematisch wird es natürlich, wenn Kinder sich nicht mehr auf die Toilette trauen“, sagt Suhrkamp. So weit war es zum Beispiel an der Astrid-Lindgren-Schule, die noch über alte Toiletten im Außenbereich verfügt. Hier ist aber Besserung in Sicht: Eine Sanierung ist noch in diesem Jahr nach den Sommerferien geplant.