Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Aktion „Geht doch!“ Von Harpstedt nach Wildeshausen: Wandern für den Klimaschutz

Von Antje Cznottka | 05.10.2015, 19:07 Uhr

Von Harpstedt nach Wildeshausen sind am Monatg, 5. Oktober 2015, knapp 50 Klimapilger gewandert. Die Wanderer wollen mit der Aktion „Geht doch! Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ für Klimagerechtigkeit bei der UN-Klimakonferenz in Paris eintreten.

„Wenn jemand zu Fuß durch Länder wandert, will er sehen, was der Klimawandel mit dem Land und den Leuten macht und was getan werden muss“, erklärt Pastorin Elisabeth Saathoff. Das ist einer der Gedanken, die hinter der Aktion „Geht doch! Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ stehen. Am Montag, 5. Oktober, haben sich rund 50 Wanderer zu Fuß auf den Weg von Harpstedt nach Wildeshausen gemacht.

In Flensburg startete die Aktion am Sonntag, 13. September 2015. Zur UN-Klimakonferenz in Paris wollen die Wanderer am 28. November 2015 ankommen. Wolfgang Zarth aus Hamburg will den ganzen Weg zurücklegen: „Es bestärkt mich mit Gleichgesinnten zusammenzusein und nicht immer nur als Spinner zu gelten, weil ich Fahrrad fahre und im Winter auch Zuhause einen Pullover trage und dafür die Heizung nicht voll aufdrehe.“

Klimapilger wandern von Harpstedt nach Wildeshausen

Begleitet von Liedern und Andachten führte Pastorin Elisabeth Saathoff durch den Tag. Los ging es in der Christuskirche in Harpstedt. Zwischenstopps wurden an der Windmühle in Harpstedt und einer Biosgasanlage eingelegt. „Hier wurde besonders deutlich, dass es oft schwer ist, sich ein Urteil zu Details in der Diskussion um Klimaschutz zu bilden“, berichtet Saathoff. Die Pilger konnten sogenannte Schmerz- oder Kraftpunkte verteilen, um die Vorteile einer Biogasanlage einzuordnen. „Wenige haben Schmerzpunkt vergeben, viele Kraftpunkte wurden vergeben, aber der größte ‚Teil enthielt sich der Stimme“, sagt Saathoff. Energie gebe es nicht umsonst. Dafür müssten immer Kompromisse eingegangen werden. Eben dieses Bewusstsein für Klimaschutz solle auf dem Pilgerweg gestärkt werden.

Klaus Handke verdeutlicht den Einfluss von Klimaveränderungen auf Ganderkeseer Flora und Fauna

Auch Dr. Klaus Handke verdeutlichte in einem Vortrag zum „Einfluss des Klimawandels auf Fauna und Flora“ auf dem Hof von Hermann Brinkmann in Prinzhöfte, warum der Schutz des Klimas wichtig ist. „Klimaveränderungen zeigen bereits Auswirkungen auf das jahreszeitliche Auftreten von Pflanzen und Tieren“, berichtet Handke. Zugvögel wie Kraniche kämen früher und reisten erst später als sonst im Jahr wieder weiter. „An vielen Faktoren im eigenen Garten kann man sehen, dass Veränderungen stattfinden, zum Beispiel daran, dass Mücken viel länger herumschwirren“, sagt Handke.

Im Anschluss wanderten die Pilger zum Kreishaus nach Wildeshausen, wo Dr. Dirk Fornahl von der Universität Bremen das Forschungsprojekt „MetroMobil – Betriebliches Mobilitätsmanagement“ vorstellte. Der Tag endete in der Alexanderkirche in Wildeshausen, wo die Pilgerer die Nacht im Waltberthaus nächtigen.

Anmeldungen zu weiteren Pilgerstrecken bis nach Paris

„Wir wollen auf unseren Weg nicht nur durchs Land rauschen, sondern auch Menschen ansprechen“, sagt Heinz-Otto Babilon, der sich für drei Wochen den Pilgern angeschlossen hat. Am Dienstag, 6. Oktober, geht es weiter nach Visbek. Auf der Internetseite der Aktion „Geht doch!“ können sich Interessierte für einen Pilgertag oder längere Wegabschnitte anmelden.